Mobiles Internet kann größtes Risiko für Branche werden

17. September 2002, 11:40
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Studie: Fortschritt in Honkong, Dänemark und Schweden am größten - Österreich vor Deutschland auf Platz 16

Genf - Weil eine Situation bestehe, bei der Ursache und Wirkung miteinander vermischt seien, kann sich das mobile Internet laut einer Studie der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) als das größte Risiko der Telekommunikationsindustrie erweisen. Die neuen Möglichkeiten, die das mobile Internet bietet, werden hohe Investitionen erfordern. Investoren wollen sehen, dass ein Markt für mobile Internet Dienste besteht. Operators können diesen Beweis aber erst liefern, wenn sie die entsprechenden Netzwerke aufgebaut haben, so die ITU.

Mobile Internet-Technologien sind laut der jüngsten ITU-Studie in Hongkong, Dänemark und Schweden am weitesten fortgeschritten und verbreitet. Österreich belegt vor Deutschland bei der Untersuchung unter 200 Staaten Platz 16, teilt die Organisation am Dienstag in Genf mit. Bewertet wurden vorhandene technische Strukturen, Nutzungsverhalten und die Marktbedingungen. Für einen Durchbruch der Technik müssten Endgeräte wie internetfähige Handys leichter verfügbar und erschwinglich sein, heißt es.

Katalysator

Mobilfunk und Internet seien im letzten Jahrzehnt Hauptmotoren bei der Nachfrage von Telekommunikations-Dienstleistungen gewesen, erklärte Tim Kelly, einer der Autoren des Berichts. Die Verbindung beider Technologien müsse zumindest theoretisch zu einem Hauptmotor im neuen Jahrhundert werden.

Für die Entwicklung von diversifizierten Multimedia-Diensten ist laut Bericht vor allem die Einrichtung der dritten Mobilfunk-Generation ein Katalysator. Welche Volkswirtschaften die besten Voraussetzungen für die

Vorsprünge und Rückstände

Länder, die über einen guten Mobilfunk verfügten, könnten beim Internet im Rückstand sein, so wie etwa die Philippinen. Andere Länder wie Indien machten bei der Internetnutzung einen Sprung nach vorn, seien aber beim Mobilfunksektor im Rückstand. Obwohl die Länder an der Spitze des Indexes über ein hohes Einkommen verfügten, bestünden auch Chancen für Staaten von mittlerem oder niedrigem Einkommen. So seien die Philippinen, die an 33. Stelle stehen, auf Grund der offenen Marktstruktur in guter Position für eine schnelle Einführung des mobilen Internet.

Für die Erhebung des ITU Mobil/Internet-Index hat die ITU mehr als 200 Volkswirtschaften auf die Leistung von Mobilfunk und Internet hin geprüft. Untersucht wurden die Perspektiven für die Verbindung von Mobil- und Internet-Technologien. Der Index setzt sich zusammen aus 26 Variablen, die in die drei Gruppen Infrastruktur, Anwendung und Marktstruktur eingeteilt sind. (APA/dpa/sda)

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