Redwood-Bäume kämpfen mit Infektionen

17. September 2002, 11:25
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Größte Bäume der Welt fallen Pilzkrankheit zum Opfer

San Francisco - Die größten Lebewesen unseres Planeten, die Redwood-Bäume, sind nach Angaben von Wissenschaftlern wieder extrem gefährdet. Diesmal bedrohen Pilzerkrankungen die Riesen, die an der Westküste Kaliforniens, Oregons und Washingtons wachsen. Die Pilze haben auch schon zehntausenden Eichen das Leben gekostet, berichtet BBC-Online.

Die Krankheit, die unter dem Namen Sudden Oak Death (SOD) bekannt wurde, ist nach Angaben von Forstspezialisten bereits in fünf verschiedenen Bezirken Kaliforniens aufgetreten. Bisher waren allerdings nur Sprossen und junge Setzlinge von der Krankheit betroffen. Hinweise darauf, dass SOD einen ausgewachsenen Baum töten könnte, gibt es bisher nicht. Die Pflanzenkrankheit hat sich aber auch schon auf andere Spezies ausgebreitet. Eine Douglas-Tanne ist an SOD erkrankt und abgestorben. Die Wissenschaftler reagieren besorgt. "Was die Krankheit genau anrichten kann, wissen wir nicht, aber wir beobachten es mit großer Aufmerksamkeit", so Matteo Garboletto, Pflanzen-Pathologe an der Universität von Berkeley in Kalifornien. In der Zwischenzeit sind auch andere ökologisch besonders wichtige Baumarten von der Krankheit befallen worden. Die Forscher meinen, dass eine genaue Untersuchung mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen wird. Erst dann kann endgültig geklärt werden, welche Spezies besonders betroffen sind.

Die amerikanische Holzindustrie fürchtet schon jetzt die Schäden. 95 Prozent der geschlagenen Redwood-Bäume und 45 Prozent der Douglas-Tannen stammen aus den Gebieten, in denen nun die Pflanzenkrankheit entdeckt wurde. Der kalifornische Gouverneur hat im Kampf gegen den Pilzbefall zehn Mio. Dollar Hilfe aus Washington erbeten. Das kalifornische Food & Agriculture Department (CDFA) hat mit einem sofortigen Ausfuhrstopp von Setzlingen außerhalb der betroffenen Gebiete reagiert. Ökologen fürchten die erneute Bedrohung der wertvollen Küstenwälder. Die Redwood-Bäume (Sequoia sempervirens) werden bis zu 110 Meter hoch, erreichen ein Alter von bis zu 2.000 Jahren und gedeihen in den Küstennebeln der Pazifik-Küste Nordamerikas. Die Bäume zählen gemeinsam mit den Douglas-Tannen zu den dominantesten Spezies des Ökosystems der Westküste Amerikas. (pte)

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