Sozialdemokraten beginnen Regierungsverhandlungen

17. September 2002, 11:07
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Poker um Kabinett - Persson offen für "neue Zusammenarbeitsformen" mit Grünen und Linkspartei

Stockholm/Wien - In Schweden haben nach dem Wahlsieg der Sozialdemokraten bereits am Montag erste Verhandlungen über eine zukünftige Regierung stattgefunden. Gespräche gab es laut "Dagens Nyheter" (Online-Ausgabe) bereits zwischen Sozialdemokraten und Grünen sowie mit der Linkspartei. Ministerpräsident Göran Persson erklärte, seine Partei habe vom Wähler den Auftrag für eine sozialdemokratische Regierung erhalten, er sei jedoch für "neue Zusammenarbeitsformen" mit Grünen und Linkspartei offen. Die Grünen fordern einen Kabinettsposten, die Linkspartei hat versprochen, eine Regierung zu Fall zu bringen, der nur Sozialdemokraten und Grüne angehören.

Persson hat angekündigt, keine Minister anderer Parteien in die Regierung lassen zu wollen, die Grünen erklärten sich bereit, mit allen Parteien Gespräche zu führen, außer mit den beiden konservativeren der bürgerlichen Parteien, den "Moderaten" und den Christdemokraten. Erklärtes Ziel der Grünen ist eine Regierungskoalition mit den Sozialdemokraten "und einer weiteren Partei".

Nach dem vorläufigen Endergebnis der Parlamentswahlen vom Sonntag erhalten die Sozialdemokraten 144 Mandate im Reichstag, die Linkspartei 30 und die Grünen 17. Nach Auszählung der Briefwahlstimmen am Mittwoch könnten die Grünen aber noch ein Mandat an die Linkspartei verlieren. Damit würden Persson und die Chefin der Linkspartei, Gudrun Schyman, die absolute Mehrheit von 175 Sitzen im Reichstag (gesamt: 349 Sitze) halten, die Grünen hätten damit ihre Rolle als "Zünglein an der Waage" verloren.(APA)

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    foto: epa/bertil ericson
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