Japan: Markt für Stock Picker

19. September 2002, 17:09
posten

Trotz Schwäche des Gesamtmarktes gibt es auch Lichtblicke - Inländische Unternehmen restrukturieren

Nick Edwards, Global Head of Japanese Equity Fund Management bei Credit Suisse Asset Management, diagnostiziert die ersten positiven Veränderungen in Japan. Die Industrieproduktion steigt und die Exportwirtschaft beflügelt die großen, globalen Unternehmen. Erfolgreiches Investieren ist in Japan jedoch nur durch Stock Picking möglich. Neue Möglichkeiten bieten sich durch die Restrukturierung bei inländischen Unternehmen.

e-fundresearch: Wie beurteilen Sie die aktuelle Wirtschafts- und Marktentwicklung in Japan?

Nick Edwards: Die japanische Wirtschaft ist heute in einer besseren Verfassung als noch vor 9 Monaten. Die Industrieproduktion stieg seit Ende letzten Jahres um ca. 14 Prozent an. Exporte erhöhten sich um 10 Prozent. Die Erholung der Wirtschaft ist jedoch vor allem vom Export angetrieben. Die Risiken einer weiterhin schwachen Konjunktur in den USA und in Europa bleiben.

e-fundresearch: Welche Markteinschätzung haben Sie derzeit?

Nick Edwards: Wir sind optimistisch hinsichtlich des Konsumverhaltens in den USA. Private Haushalte profitieren von Zinssenkungen und günstigeren Finanzierungsbedingungen für private Immobilien. Wir sehen das globale Wirtschaftswachstum positiv und sind auch für Japan optimistisch.

e-fundresearch: Wie beurteilen Sie aktuell den japanischen Aktienmarkt?

Nick Edwards: Grundsätzlich haben wir in Japan zwei Gruppen von Unternehmen. Zuerst einmal die globalen Wachstumsaktien, die vor allem von der Entwicklung der Weltkonjunktur abhängig sind. Beispielsweise: Honda, Nissan, Sony, Canon, usw. Wir präferieren grundsätzlich diese Gruppe von Unternehmen. Andererseits ist in Japan eine weitere Restrukturierungswelle im Gang. Die dritte in den letzten 8 bis 9 Jahren. Eine steigende Anzahl von inländischen Unternehmen qualifizieren sich durch ihre abgeschlossene Restrukturierung für unser Investment Universum. Wir sind auch für diese Gruppe von Unternehmen positiv.

e-fundresearch: Worin besteht der Unterschied zwischen den verschiedenen Credit Suisse Japan Aktienfonds?

Nick Edwards: Unser Team besteht aus 14 Personen, 9 Analysten und 5 Fondsmanagern. Wir managen drei unterschiedliche Arten von Fonds. Japan Megatrend ist ein Fonds mit relativ geringem Tracking Error von 6-8 Prozent, d. h. Abweichung vom TOPIX Index. Das Ziel des Fonds ist die Erzielung einer Performance, die mittelfristig über dem Index liegt. Dieser Fonds eignet sich vor allem für eine Basis-Allokation im japanischen Markt. Daneben managen wir zwei speziellere Fonds. Der Opportunities Japan Fund hat einen höheren Tracking Error (10-15 Prozent). Das Ziel dieses Fonds ist ein Investment in die neuen Chancen, die sich durch die voranschreitende Restrukturierung japanischer Unternehmen ergeben. Veränderungen im Management japanischer Konzerne, Kostensenkungen und damit verbundenes Margenwachstum führen zu neuen Potenzialen, die wir nutzen.

e-fundresearch: Eine der Hauptsorgen in Japan sind natürlich weiterhin die Probleme bei Banken. Wie schätzen Sie die Chancen für eine Reform ein?

Nick Edwards: Obwohl wir gerne auch einen dynamischeren Reformprozeß im Bankenbereich sehen würden, glauben wir nicht, daß die Hoffnungen der internationalen Investoren eintreffen werden. Auch ohne Umsetzung der optimalen Reformschritte bei Banken gibt es noch genügend Chancen in den beiden bereits erwähnten Gruppen von Unternehmen. Stock Picking ist allerdings die einzige Chance, um davon profitieren zu können. Mit dem neu aufgelegten Credit Suisse Euqity Fund (Lux) Opportunities Japan (WKN 577312) setzen wir diese Strategie um.

e-fundresearch: Vielen Dank für das Gespräch.

In Kooperation mit
  • Artikelbild
    e-fundresearch
Share if you care.