UNO stellt Hilfe in Nord-Uganda ein

17. September 2002, 07:12
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Lastwagenkonvoi war überfallen worden

Kampala - Nach dem Überfall auf einen Lebensmittelkonvoi der Vereinten Nationen im Norden Ugandas, bei dem ein Helfer getötet wurde, haben die UNO am Montag ihre Hilfe im Norden des Landes eingestellt. Wie das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mitteilte, wurde der Lastwagenkonvoi bereits am Samstag auf dem Weg von Lira nach Kitgum von Rebellen der "Widerstandsarmee des Herrn" (LRA) überfallen. Der Fahrer eines der acht Lastwagen sei erschossen worden.

"Es ist nicht akzeptabel, dass humanitäre Hilfe das Ziel derartiger Attacken ist" sagte der WFP-Direktor für Uganda, Ken Davies. "Tausende vertriebene und Hunger leidende Menschen brauchen unsere Hilfe. Doch wir könnten dort nichts verteilen, solange die Lage nicht sicherer ist." Von der Einstellung der Hilfe seien rund 120.000 Menschen in der Region betroffen.

Vor wenigen Wochen hatte die UNO-Organisation bereits davor gewarnt, dass die LRA-Rebellen im Norden des ostafrikanischen Landes durch die Terrorisierung der Region eine Hungersnot für bis zu eine halbe Million Menschen verursachen könnten. Die Milizkämpfer, die seit 15 Jahren gegen die Regierung von Präsident Yoweri Museveni kämpfen, hätten mit ihren Angriffen nahe der sudanesischen Grenze zahlreiche Bauern vertrieben. Die Ernte, die in den nächsten Wochen eingefahren werden müsste, verrotte auf den Feldern.(APA/dpa)

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