Zurückhaltende Reaktionen auf Einlenken Bagdads

17. September 2002, 06:28
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Paris: Saddam Hussein muss beim Wort genommen werden

London/Paris - Mit Zurückhaltung hat die britische Regierung auf die Einwilligung Iraks zur Rückkehr der UNO-Waffeninspekteure reagiert. Der irakische Militärmachthaber Saddam Hussein habe in der Vergangenheit bereits des öfteren "Spielchen gespielt" und mehrere UNO-Resolutionen missachtet, sagte ein Sprecher am Dienstag in London. Downing Street befand sich damit auf einer Linie mit der US-Regierung, die die Ankündigung Bagdads ähnlich kritisch aufgenommen hatte. Es handle sich um eine zum Scheitern verurteilte "Taktik", mit der Bagdad den UNO-Sicherheitsrat an einem "entschlossenen Handeln" hindern wolle, teilte das Weiße Haus mit.

Saddam Hussein müsse nun beim Wort genommen werden, forderte der französische Außenminister Dominique de Villepin in einer ersten Stellungnahme. Der Irak habe mit seiner Entscheidung auf das "entschiedene und klare" Auftreten der internationalen Gemeinschaft reagiert.

USA und Großbritannien gelten als energischste Befürworter einer harten Linie gegenüber dem Irak. US-Präsident George W. Bush hatte am Donnerstag in einer Rede vor der UNO-Vollversammlung eine ultimative UNO-Resolution verlangt, mit der Bagdad zur Abrüstung verpflichtet werden solle. Andernfalls würden die USA im Alleingang handeln. Frankreich hatte eine Anwendung militärischer Mittel gegenüber Bagdad nicht ausgeschlossen, eine entsprechende UNO-Resolution aber zur Voraussetzung gemacht. (APA)

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