Wo die Experten "gezüchtet" werden

16. September 2002, 20:54
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Ausbildungen für eine Zukunftsbranche

"Forschung und Technologieentwicklung legen gerade in den Biowissenschaften ein rasantes Tempo vor. Daher muss auch die Ausbildung in dem Bereich flexibel und modern sein." Karl Bayer, verantwortlich für das Studium "Lebensmittel und Biotechnologie" an der Boku Wien, begründet, warum ab Herbst 2003 ein neuer Studienplan in Kraft treten soll. Dann werden die Studenten weniger "Lexikonwissen" büffeln müssen, dafür aber verstärkt das Anwenden allgemeiner Prinzipien trainieren. Problemlösungskapazität und die Fähigkeit, selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten, stehen ganz oben auf der Liste der Anforderungen an einen Uniabsolventen, so Bayer.

Die Universität für Veterinärmedizin bietet ab Herbst erstmals den Studiengang "Biomedizin und Biotechnologie" an. Die wachsende Beschäftigung mit diesem Themenbereich und der vorausgesagte Bedarf an Fachkräften für die medizinische und pharmazeutische Biotechnologie-Branche haben zu diesem Schritt geführt, meint Dieter Klein, Leiter des neuen Studienzweiges.

Nicht nur die Unis steigern ihr Engagement um die Biotechnologie. Gleich drei neue Fachhochschulstudien starten dieses Wintersemester - DER STANDARD berichtete.

"Dadurch soll die Kompetenzlücke zwischen HTL-Absolventen und Universitätsabgängern gestopft werden", erklärt Erwin Heberle-Bors, Uniprofessor für Gentechnik. Er ist Studiengangsleiter des neuen FH-Studiums "Biotechnologie", das im Vienna Biocenter (VBC) zuhause sein wird. Weitere neue FH-Studien sind "Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie" in Krems, mit enger Verbindung zur dort entstehenden Niederlassung des Pharmariesen Baxter, und "Biotechnische Verfahren" in Tulln, einer Zweigstelle der Fachhochschule von Wiener Neustadt.

In Wien und Krems steht die "rote", also pharmakologische und medizinische Biotechnologie im Mittelpunkt. In Tulln werden hingegen biotechnologische Verfahren zur Herstellung von Spezialwerkstoffen aus Naturprodukten gelehrt. (Markus Auly/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17. 9. 2002)

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