FPÖ ist nicht "regierungsfähig"

16. September 2002, 19:10
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Sausgruber: Khol als Klubobmann durchaus "verzichtbar"

Wien/Bregenz - Der Vorarlberger Landeshauptmann und VP-Chef Herbert Sausgruber hält die FPÖ in ihrem derzeitigen Zustand für nicht mehr regierungsfähig. Die Vorgänge in der FPÖ seien "sicher keine Ermutigung für eine Wiederholung" von Schwarz-Blau, sagte Sausgruber am Montag. Der Gang in die Opposition ist für ihn aber auch keine "wünschenswerte Variante". Als dritte Variante bliebe nur eine Koalition mit der SPÖ.

Kritik von Sausgruber musste Parteikollege Andreas Khol einstecken. Auf die Ankündigung des VP-Klubobmanns, nur in der bisherigen Konstellation ÖVP-FPÖ in dieser Funktion bleiben zu wollen, merkte Sausgruber trocken an, das sei für die Gesamtpartei "keine wesentliche Festlegung, allenfalls für den Herrn Khol persönlich". Aus seiner Sicht könne man auf Khol als Klubchef verzichten.

Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (ÖVP) sagte zur Frage nach allfälligen Koalitionen nach der Wahl, "wer aber Putsch und Chaos erzeugt, der grenzt sich selber aus". Ähnlich äußerte sich der oberösterreichische Landeschef Josef Pühringer: "Mit den Putschisten in der FPÖ wollen wir nichts zu tun haben."

Die Grünen verlangen von der VP, eine Koalition mit der FP auszuschließen. "Eine Partei, bei der niemand den Vorsitz übernehmen will, ist auch unfähig zu regieren", sagte der stellvertretende Klubchef der Grünen, Karl Öllinger. Nur die VP scheine das nicht kapiert zu haben. (DER STANDARD, Printausgabe, 17.9.2002)

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