Firmen sehen Linux als günstige Alternative

16. September 2002, 23:32
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Der Pinguin taucht auf dem Desktop auf

Wien - Ein Pinguin namens Tux wildert seit nun genau elf Jahren in Jagdgründen, die der Computerriese Microsoft traditionell als sein Revier betrachtet. Am 17. September 1991 stellte der finnische Programmierer Linus Torvalds die Version 0.01 seines auf UNIX-Basis entwickelten Betriebssystems Linux erstmals auf einem Server zum Download bereit - das schwarz-weiße Tier avancierte bald zum Maskottchen der Linux-Gemeinde.

Seitdem hat sich das früher als Spielwiese von Computerfreaks bekannte Programm für viele Firmen, aber auch staatliche Stellen, zur billigen und sicheren Alternative zu den Produkten aus dem Softwarehaus von Bill Gates gemausert. Galt dieser Trend bisher vor allem für den Servermarkt, findet das prominenteste System aus der Welt der Open-Source-Software - der Quellcode des Programms ist frei zugänglich - seinen Weg zunehmend auch auf die Desktop-PCs der Bürouser.

Pilotprojekte

So geht der deutsche Innenminister Otto Schily davon aus, dass sich Linux gegen die noch vorhandenen Widerstände auch an den Arbeitsplätzen durchsetzen wird und unterstützt dahin gehende Pilotprojekte. Ziel der Aktion seien nicht nur Einsparungen und höhere Sicherheit, es gehe auch darum, "Abhängigkeiten von einzelnen Softwareherstellern zu vermeiden".

Auch in Österreich hofft man auf Sparpotenziale durch den Einsatz von quelloffener Software. Reinhard Posch, Leiter der Stabsstelle IKT-Strategie der Bundesregierung, sagt, es gebe "guten Ersatz für den Bereich Textverarbeitung und Tabellenkalkulation", wendet aber ein, dass die meisten Mitarbeiter im öffentlichen Dienst bisher nur für das Microsoft-Office-Paket geschult sind, was die Einsatzfähigkeit alternativer Produkte einschränke.

Mittlerweile gibt es aber grafische Benutzeroberflächen, die den Umstieg für Windows-User erleichtern. (pkr, DER STANDARD, Printausgabe 17.9.2002)

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