Zwei Fliegen auf einen Schlag

16. September 2002, 19:13
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IBM mit Linux-Strategie erfolgreich: "Schwache Wirtschaftslage beschleunigt Migration zu Open Source"

Wien - Unix-Betriebssysteme haben - in der Variante AIX - bei IBM eine lange Tradition; umso mehr erstaunt es auf den ersten Blick, dass der weltweit größte Computerkonzern seit 1998 offensiv auf Linux als Betriebssystem seiner Server setzt. "Unsere Kunden wollen es, und es läuft auf unterschiedlichen Plattform und auch Intel-Rechnern", begründet der Leiter des IBM Linux Technologiezentrums, Daniel Frye, die aktive Rolle des Konzerns bei der weiteren Etablierung von Linux.

"Für uns ergänzen sich Linux und unsere eigene Version von Unix", sagt Frye im Gespräch mit dem STANDARD: Zwar würde sich Linux als Betriebssystem rasch weiterentwickeln, aber es gebe weiterhin Bereiche, wo es Lücken aufweise, etwa beim Einsatz von Servern mit bis zu 32 oder 64 Prozessoren. "Langfristig erwarten wir eine Konsolidierung der beiden Systeme."

"In einigen Märkten erfolgreich"

"Linux ist in einigen Märkten erfolgreich, wo IBM mit seinem Unix nicht erfolgreich war", sagt Frye, etwa bei den Telekomunternehmen und Finanzinstitutionen. Dabei würde IBM in erster Linie mit Serverhersteller Sun und seinem Solaris-Betriebssystem konkurrieren - aber natürlich auch mit Windows, das zunehmend in den High-End-Bereich vordringen will.

Während Microsoft argumentiert, dass es für das Open-Source-Betriebssystem keine verlässliche Unterstützung gebe, sieht Frye IBM als Garant gegenüber den Kunden. "Wir garantieren Support 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche", sagt Frye. 250 Programmierer arbeiten bei IBM an der Linux-Weiterentwicklung, 5000 Mitarbeiter für Support und Marketing von Linux. "Die schlechte Wirtschaftslage hat die Migration zu Linux beschleunigt, da es billiger ist." Dazu kommt, dass inzwischen genügend Personal verfügbar ist, das Linux beherrscht. (spu, DER STANDARD, Printausgabe 17.9.2002)

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