Teilzeit - Homosexualität bei Fruchtfliegen

16. September 2002, 23:30
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US-Wissenschafter wirkten durch Genmanipulation auf Nervensystem ein

Washington - US-Wissenschafter haben Fruchtfliegen durch Genmanipulation vorübergehend homosexuell gemacht. Die Forscher setzten männlichen Insekten in eine Nervengruppe ein verändertes Gen ein, das für die Impulsübertragung zwischen bestimmten Nervenzellen zuständig ist, wie es in einem Bericht der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA heißt, der am Dienstag veröffentlicht wird.

Bei Temperaturen über 30 Grad habe daraufhin die Kommunikation zwischen den Nervenzellen nicht mehr funktioniert, und die Fliegen hätten Kontakt zu männlichen Artgenossen aufgenommen, erklärte Forschungsleiter Toshihiro Kitamoto vom Institut für Medizinische Forschung in City of Hope (US-Bundesstaat Kalifornien). Sobald die Temperaturen wieder gesenkt worden seien, hätten die Männchen sich wieder für Weibchen interessiert.

Das manipulierte Gen wurde in eine Neuronen-Gruppe eingesetzt, die Geschmackszellen enthielt, heißt es in dem Bericht weiter. Möglicherweise seien diese Zellen für die Wahrnehmung und Deutung von Duftstoffen, die die Sexualität der männlichen Artgenossen anregen, zuständig. (APA)

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