Raketenangriffe auf US-Stützpunkte im Osten Afghanistans

16. September 2002, 16:52
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NATO erwägt Unterstützung von Afghanistan-Friedenstruppe

Islamabad/Brüssel - Taliban- und El-Kaida-Sympathisanten haben erneut US-Stützpunkte im Osten Afghanistans mit Raketen beschossen. Nach ersten Informationen richteten die zehn Raketen, die am Sonntagabend auf den Flughafen der Stadt Khost und das nahe gelegene Lager in Sara Bagh abgefeuert wurden, keinen Schaden an. Das berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP am Montag.

US-Kampfflugzeuge stiegen auf und feuerten auf der Suche nach den Tätern Leuchtmunition ab, warfen aber keine Bomben. Der Flughafen von Khost und andere US-Stützpunkte im Osten Afghanistans waren in den vergangenen Monaten häufig Ziel von Raketenangriffen. Von diesen Stützpunkten aus suchen US-Truppen nach Resten der Taliban-Einheiten und des Terroristennetzwerks El Kaida, die sich in der Bergregion versteckt halten sollen.

NATO erwägt Unterstützung von Afghanistan-Friedenstruppe

In der NATO wird eine mögliche Unterstützung der internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) erwogen. Die Verteidigungsminister der Allianz dürften bei ihrem als informell bezeichneten Treffen in Warschau in der nächsten Woche (24. und 25. September) darüber beraten, hieß es am Montag aus Brüsseler NATO-Kreisen. Die ISAF ist bisher keine NATO-Mission.

"Eine NATO-Unterstützung für ISAF III ist eine Möglichkeit", sagte ein Beamter des westlichen Bündnisses. Derzeit führt die Türkei die ISAF-Schutztruppe (ISAF II), deren Mandat noch bis zum 21. Dezember läuft. Der Einsatz der Truppe, an der rund zwei Dutzend Staaten beteiligt sind, ist bisher auf die Hauptstadt Kabul und ihre unmittelbare Umgebung beschränkt. Eine endgültige Entscheidung zu dem Thema wird in Warschau nicht erwartet. Auch Österreich hat ein kleines Kontingent bei der ISAF, das der deutschen ISAF-Brigade unterstellt ist.

Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck hatte zuletzt eine deutsch-niederländische Führung für die ISAF ins Spiel gebracht. Das in Münster stationierte Deutsch-niederländische Korps wäre dazu in der Lage, hatte er in der vergangenen Woche gesagt. Deutschland hatte früher die Übernahme des ISAF-Komandos abgelehnt; zur Jahresmitte löste die Türkei Großbritannien als Kommando-Staat ab. In Brüssel blieb zunächst offen, ob ein solcher Plan mit einer möglichen Unterstützung der NATO vereinbar ist. (APA/dpa)

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