Ausländerfeindliche Parteien räumen bei Kommunalwahlen ab

16. September 2002, 16:28
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Mandate für Extremisten vor allem in Ballungszentren im Süden

Stockholm/Wien - Ausländerfeindliche Parteien haben bei den Schwedischen Kommunalwahlen vor allem in einigen Regionen im Süden des Landes große Erfolge erzielt. Insgesamt erreichten nach Angaben der Nachrichtenagentur TT die zwei größten rechtsextremen Parteien, die "Schwedendemokraten" und die "Nationaldemokraten" 39 Mandate auf Gemeindeebene. Bei den letzten Kommunalwahlen waren es nur acht Mandate gewesen.

Ministerpräsident Göran Persson zeigte sich noch in der Wahlnacht besorgt über die Stimmengewinne der Rechtsextremen und machte die liberale Volkspartei dafür verantwortlich. Deren Spitzenkandidat Lars Leijonborg hatte das Thema Ausländer in den Wahlkampf eingebracht. Leijonborg wies dies als "unverschämte Beschuldigung" zurück. Seine Partei sei die "antirassischeste" in Schweden und werde auch in der kommenden Legislaturperiode der Fremdenfeindlichkeit den Kampf ansagen.

Die "Schwedendemokraten" waren in den südlichen Regionen Schonen (Skane) und Blekinge besonders erfolgreich und erhielten unter anderem in den Ballungszentren Malmö und Helsingborg Gemeinderäte. In Kävlinge, nördlich von Malmö, erreichte die Partei sogar zehn Prozent der Stimmen und damit vier Mandate. Die "Nationaldemokraten", die sich schon vor einiger Zeit von den "Schwedendemokraten" abgespaltet hatten, erreichten zwei Mandate in Haninge (bei Stockholm) und Stimmengewinne in Göteborg, ohne dort aber ein Mandat zu erreichen. Die offen nationalsozialistisch gesinnte "Nationalsozialistische Front" (NSF) kam in Karlskrona, wo die Neonazis noch am Wahltag Wahlwerbung betrieben, auf 206 Stimmen. Das reichte nicht für einen Gemeinderat. Für die "Schwedendemokraten" reichte es auch in Karlskrona: dort wollen sie mit drei Mandaten Einfluss auf die Kommunalpolitik nehmen. (APA)

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