Vermisster Extrem-Snowboarder offenbar tot

16. September 2002, 15:16
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Suche am Mount Everest nach Franzosen erfolglos

Peking - Ein seit einem waghalsigen Rekord-Versuch am Mount Everest vermisster französischer Extrem-Snowboarder ist offenbar tot. Die Suchaktion nach dem vor rund einer Woche verschwundenen Marco Siffredi sei bereits am Samstag beendet worden, erklärte ein französischer Diplomat am Montag in Peking.

Lawine oder Absturz

Der 23-Jährige wollte am 8. September mit dem Snowboard vom Gipfel des höchsten Berges der Erde abfahren und wählte dafür eine mehrere Kilometer lange, stark lawinengefährdete Route an der Nordseite. Seine Spur verlor sich den Suchmannschaften zufolge auf einer Höhe von 8.500 Metern. Ob er nach einem Fahrfehler abgestürzt oder von einer Lawine erfasst wurde, blieb zunächst offen.

Der aus Chamonix stammende Extremsportler war schon mehrmals von über 8.000 Meter hohen Himalaya-Gipeln abgefahren. Im vergangenen Jahr schwang er als erster Mensch mit einem Snowboard den 8.848 Meter hohen Mount Everest hinunter, allerdings über die weniger gefährliche so genannte Norton-Rinne.

Beim diesjährigen Versuch wählte er die steilere und anspruchsvollere Abfahrt der Hornbein-Rinne, die noch niemals von einem Menschen auf Skiern oder einem Snowboard durchquert wurde. Nach der vor kurzem zu Ende gegangenen Monsunzeit in Asien ist das Risiko von schweren Schneefällen und plötzlichen Lawinen am Dach der Welt besonders hoch.

Geringe Überlebenschancen

Die Rettungsmannschaften hatten tagelang nach dem jungen Sportler gesucht. Er war nach seinem Rekord-Versuch nicht wie vorgesehen in seinem Biwak auf 6.000 Metern Höhe eingetroffen, wo ein Sherpa vergeblich auf ihn wartete. Trotz guter Ausrüstung - Siffredi transportierte in seinem Gepäck Sauerstoffgerät, Überlebensdecke und einen Gaskocher - galten seine Überlebenschancen als gering. Das Basis-Lager des Sportlers hatte seit seinem Verschwinden keinen einzigen Funkspruch mehr erhalten. (APA/AFP)

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