"Vertretung unmöglich": Jeder solo, jeder gegen jeden, dann alle

24. September 2002, 17:03
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Arabella oder Elmar? "Starmania" oder Wahlmarathon? Diese Qual erspart der ORF seinem Publikum: Die wahltechnischen Höhepunkte im Herbst kommen einander zeitlich nicht in die Quere. Zumindest nach Planung der Anstalt, die Montagfrüh an alle Parteichefs ging.

Alle Spielarten sind vertreten: Einzelauftritte in "Pressestunden", Duelle jeder gegen jeden und eine "Elefantenrunde" am Donnerstag vor der Wahl, also dem 21. November.

Einen zentralen Unterschied zu früheren Wahlen erwähnt ORF-Chefredakteur Werner Mück im zweiten Absatz: "Wir bitten um Verständnis dafür, dass sich die Einladungen zu den Konfrontationen ausschließlich an die Spitzenkandidaten richten und Vertretungen im Interesse der Ausgewogenheit und Objektivität nicht möglich sind." Sonst fällt der Termin aus.

"Nicht so dramatisch"

Von der FPÖ sind derlei Zusagen derzeit naturgemäß schwer zu bekommen: "Wenn wir nur mehr solche Sorgen haben, haben wir es geschafft", sagte ein Insider Montag dem STANDARD. Den Fahrplan fand er "nicht so dramatisch", konnte sich aber "nicht vorstellen, dass der Bundeskanzler begeistert ist". Denn: Die letzte "Pressestunde" vor der Wahl bekommt Alfred Gusenbauer als Chef der stimmenstärksten Partei. Wolfgang Schüssel schon die am 3. November (siehe Grafik). Am 10. November steht bisher nur "Bundesparteiobmann der FPÖ".

In der SP-Parteizentrale mag man an dem Terminplan Plan "nichts Negatives erkennen". Die Grünen sind auch einverstanden, aber gespannt, ob der Kanzler kommt.

"Warum sollte er nicht teilnehmen?", fragt VP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat. Mit "derzeit noch Terminproblemen" lässt sie sich freilich eine Hintertüre offen. Einen Wunsch hat sie auf dem Küniglberg deponiert: 22.30 Uhr für die Duelle findet sie zu spät. Infodirektor Gerhard Draxler habe versprochen, die Möglichkeit zwischen 21 und 22 Uhr auch an anderen Wochentagen "zu prüfen".

Duelle und Viererrunde moderiert wie berichtet Sportchef Elmar Oberhauser. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe vom 17.9.2002)

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    grafik: der standard

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