UNO-Flüchtlingshilfswerk fordert Umdenken bei Einwanderungspolitik

16. September 2002, 14:48
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Experten aus 44 Europarats-Mitgliedsländern beraten über Zuwanderung

Helsinki - Nach dem jüngsten Flüchtlingsdrama vor der sizilianischen Küste hat das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) abermals ein Umdenken bei der Zuwanderungspolitik in Europa gefordert. Die bisherige Abschottungsstrategie habe versagt, sagte der stellvertretende UN-Flüchtlingskommissar, Kamel Morjane, am Montag in Helsinki. Morjane nahm in der finnischen Hauptstadt an einer Einwanderungkonferenz des Europarats teil. Dabei wollten rund 300 Vertreter der 44 Mitgliedsstaaten sowie internationaler Organisationen über eine gemeinsame Strategie in der Zuwanderungspolitik debattieren. Die Konferenz sollte am Dienstag mit einer Abschlusserklärung zu Ende gehen.

Durch Gesetze und Grenzkontrollen könne nicht verhindert werden, dass Menschen vor der Misere zu fliehen versuchten, sagte Morjane weiter. Vielmehr müssten die reichen Länder mehr tun, um die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern. Dies sei langfristig billiger als der Kampf gegen illegale Einwanderung. Notwendig sei allerdings eine bessere Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Herkunfts- und Zielländern.

Bei dem Schiffsunglück an der italienischen Küste waren in der Nacht zum Sonntag mindestens 14 Menschen ertrunken. 92 Flüchtlinge konnten nach Angaben der italienischen Küstenwache gerettet werden. Das Schiff kenterte nur wenige hundert Meter vor der Küste in einem Sturm. Die Opfer kamen nach Angaben der Behörden aus dem westafrikanischen Liberia. (APA)

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