Skandal um Vaterschaftstests

16. September 2002, 14:50
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Ergebnisse im britischen Fernsehen live bekannt gegeben

London - Die britische Fernseh-Aufsichtsbehörde hat einem Zeitungsbericht zufolge eine Vorabendsendung kritisiert, in der die Ergebnisse von Vaterschaftstests live bekannt gegeben werden. Die Herangehensweise der Sendung an dieses heikle Thema sei ungeeignet, zitierte die "Times" am Montag aus einer Entscheidung der Independent Television Commission. Das Gremium kritisierte, dass zum Sendetermin um 17.00 Uhr auch Kinder vor dem Fernseher säßen.

Betroffene erst per TV informiert

In der Show erfahren auch die Betroffenen von Vaterschaftstests das Ergebnis erst im Laufe der Live-Sendung. In einer Folge hatte eine Mutter eine DNS-Analyse des Erbguts für ihren vierjährigen Sohn vornehmen lassen. Sie habe angenommen, dieser sei beim Sex mit einer Zufallsbekanntschaft auf dem Rücksitz eines Autos gezeugt worden. Die Vermutung stellte sich aber als falsch heraus.

Das Konzept der vom Sender "Granada" ausgestrahlten Show sei verwerflich, sagte der auf Medienfragen spezialisierte Anwalt Mark Stephens. Es verletze das Recht der Kinder auf ein privates Familienleben. Der Sender verteidigte dagegen die Show mit der Moderatorin Trisha Goddard. Sie ermögliche es Kindern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen und helfe Müttern, strittige Vaterschaftsfälle zu klären. (APA/Reuters)

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