Veranstaltung rechter ungarischer Journalisten im Burgenland verboten

16. September 2002, 14:46
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Besucher: "Uns geht Demokratie in Österreich ab"

Die Aktion ungarischer rechtsgerichteter Journalisten, vergangenen Samstag mit der Veranstaltung eines "Presseclubs" auf dem Parkplatz des Römersteinbruches in St. Margarethen (Burgenland) für einen Tag "politisches Asyl" in Österreich zu beantragen, musste am Freitag abgesagt werden. Die Esterhazy-Stiftung, Eigentümerin des Parkplatzes beim Römersteinbruch, hatte die Veranstaltung auf dem Gelände verboten. Einige Unterstützer der Journalistengruppe begaben sich jedoch trotzdem am Samstag auf eine Odyssee durch das Burgenland, berichtet die ungarische linksliberale Tageszeitung "Nepszabadsag" in ihrer Montagsausgabe.

Meinung über Situation der Pressefreiheit in Ungarn kundtun

Die in Ungarn wegen ihrer Aggressivität und antisemitischen Töne berüchtigte Journalistengruppe wollte letzten Samstag symbolisch um "politisches Asyl" in Österreich ansuchen, und der Wiener Rechtsanwältin Eva Maria Barki eine Petition überreichen, in der sie die Situation der Pressefreiheit in Ungarn beklagten. Ihrer Meinung nach hätten nämlich in Ungarn jene Journalisten, die mit der Politik der sozialliberalen Regierung unter Peter Medgyessy nicht sympathisierten, keine Möglichkeit mehr, ihre Meinung kundzutun. Im Vorfeld war dem Leiter der Gruppe, Istvan Lovas, die Leitung einer Diskussionssendung namens "Presseclub" in einem ungarischen Privatsender entzogen und einem gemäßigten konservativen Publizisten übertragen worden. Die Sendung hatte wegen ihrer radikalen Inhalte früher regelmäßig für Proteste in Politik und Presse gesorgt.

Erschwerte Einreise

Nach Bericht der Zeitung meinten mehrere enttäuschte Teilnehmer, ihnen gehe "die Demokratie in Österreich ab". Bereits an der Grenze bei Klingenbach vermuteten potenzielle Besucher des "Presseclubs" wegen der langen Wartezeiten, dass die österreichischen Behörden ihre Einreise erschweren wollten. Die Grenzbeamten informierten jedoch den Korrespondenten von "Nepszabadsag", dass die strengeren Kontrollen wegen des World Economic Forums in Salzburg eingeführt worden waren. (APA)

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