Nepals Polizei stoppt mutmaßlichen Selbstmordattentäter am Flughafen

16. September 2002, 14:26
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Land nach Gewaltdrohungen der Rebellen lahmgelegt - Höchste Alarmstufe in Kathmandu

Kathmandu - Am Flughafen der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu hat die Polizei einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter gestoppt. Der Mann habe Sprengstoff an seinem Körper getragen, berichtete der Radiosender Kantipur am Montag. Ob es sich um einen maoistischen Rebellen handelte, war unklar. Die Maoisten hatten am Montag durch die Androhung von Gewalt das Land lahm gelegt.

Die Rebellen bezeichnen derartige Aktionen als "Gemeralstreiks". Sie bedrohen jeden mit Gewalt, der zur Arbeit oder zur Schule geht oder öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Die Straßen in der Hauptstadt Kathmandu waren wie ausgestorben. Geschäfte, Fabriken und Schulen blieben geschlossen. Der öffentliche Verkehr stand still. Soldaten und Polizisten patrouillierten auf den Straßen, um Anschläge der Maoisten zu verhindern. Das Innenministerium rief die höchste Alarmstufe aus.

Mit dem Generalstreik wollten die Rebellen ihre Stärke vor den im November geplanten Parlamentswahlen demonstrieren. Sie kämpfen seit 1996 für die Abschaffung der Monarchie und ein kommunistisches System. Nach Regierungsangaben wurden seitdem bei Kämpfen rund 5.000 Menschen getötet, darunter mehr als 3.000 Rebellen. Im vergangenen Jahr verhängte die Regierung daher den Notstand, hob ihn jedoch im August auf, um einen ungehinderten Wahlkampf zu ermöglichen. Seitdem verstärkten die Rebellen ihre Angriffe wieder. Allein in der vergangenen Woche fielen fast 250 Sicherheitskräfte und Rebellen den Gefechten zum Opfer.(APA/dpa)

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