"Salzburg hat bewiesen, dass man auch friedlich demonstrieren kann"

16. September 2002, 14:10
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Veranstalter der Demonstration üben Kritik an der Polizei, weil Demonstranten "im Käfig" durch die Stadt marschieren mussten - Polizei mit Ablauf zufrieden

Salzburg - "Salzburg hat bewiesen, dass man auch friedlich demonstrieren kann." Die Kundgebung gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) sei ein großer Erfolg gewesen, stellte Ulli Gschwandtner vom Veranstalter Salzburger Social Forum (SSF). heute, Montag, bei einer Pressekonferenz in Salzburg fest. Auch die Polizei zeigte sich über den Verlauf der Kundgebung am Sonntag zufrieden, wie bei einem - an einem anderen Ort - abgehaltenen Informationsgespräch erklärt wurde.

Das Konzept der Veranstalter sei "voll aufgegangen". Auch nächstes Jahr werde man wieder eine Demonstration abhalten, von der man sich eine noch größere Teilnahme erwarte, kündigten die Vertreter des SSF an. Kritisiert wurde vor allem, dass man "im Käfig" (Begleitung des Polizei, Anm.) durch die Stadt marschieren musste. "Stimmt nicht" dementierte die Polizei: Es sei immer ausreichend Abstand zu den Demonstranten gehalten worden, sagte Einsatzleiter Helmut Lemmerhofer.

Die Gegenveranstaltung zum WEF seien ohne grobe Zwischenfälle über die Bühne gegangen. "Eine Gruppe gewaltbereiter Jugendlicher versuchte zwar die Demonstration zu kippen, konnte aber daran gehindert werden", berichtete Lemmerhofer. "Lediglich zehn Personen mussten wegen Mitführens gefährlicher Gegenstände festgehalten werden. Von 72 Menschen wurden die Identitäten aufgenommen", sagte Rudolf Feichtinger, stellvertretender Polizeidirektor. An den Grenzen seien bei den Kontrollen rund 300 Personen abgewiesen worden.

Beschwerden seitens der Bevölkerung habe es kaum gegeben. Am meisten gestört hätten sich die Bewohner durch die Lärmbelästigung (Hubschrauber, Draken, Fest im Volksgarten, Anm.) gefühlt, wurde von Seiten der Veranstalter und der Exekutive erklärt.

Polizeidirektor Gottfried Mayr zog ebenfalls eine Zwischenbilanz: "Am Sonntag war die größte Anzahl von Polizeibeamten im Einsatz (3000, Anm.)." Inzwischen seien bereits 400 Beamte wieder abgereist. Auch zahlreiche Globalisierungsgegner hätten Salzburg schon wieder verlassen.(APA)

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    Gesäumt von Polizeibeamten demonstrierten mehr als 3000 Menschen am Sonntag in Salzburg. Ihr Protest richtete sich gegen das dort am Montag und Dienstag tagende Weltwirtschaftsforum (WEF).

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