Gusenbauer fordert Lehrlingsfonds

16. September 2002, 13:46
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Teil eines Zehn-Punkte-Programms der SPÖ für Lehrlinge - Besuch des AMS für Jugendliche in Wien-Neubau

Wien - SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer forderte am Montag anlässlich des Besuchs des Arbeitsmarktservice (AMS) für Jugendliche in Wien-Neubau die Schaffung eines Lehrlingsfonds. Damit solle ein Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben geschaffen und letztere doch motiviert werden, wieder Lehrlinge aufzunehmen. Der Fonds ist Teil eines Zehn-Punkte-Programms der SPÖ für Lehrlinge. Lehrstellen seien dringend nötig, sagte Gusenbauer. Derzeit seien 30.000 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren arbeitslos - "ein Rekord" und "Ergebnis der schwarz-blauen Wendepolitik".

Die weiteren Forderung der SPÖ: Bessere Berufs- und Bildungsberatung für Jugendliche, gebührenfreies Nachholen des Hauptschulabschlusses für alle, Ausbildungsgarantie für Jugendliche, Einrichtung von regionalen Jugendbeschäftigungsgipfeln, flexiblere Lehrlingsausbildung, Schaffung neuer Lehrberufe mit Zukunftsperspektive. Aufwertung der Berufsschulen, beste Qualifizierung der Ausbildner sowie das Honorieren besonderer Ausbildungsqualität.

Besonders ernüchtert zeigte sich Gusenbauer nach dem Rundgang angesichts der Tatsache, dass viele der Jugendlichen, mit denen er gesprochen habe, jede Arbeit und jede Lehrstelle annehmen würden. Das zeige, dass die Jugendlichen sich für keine Arbeit zu schade seien, wie schwierig aber der Arbeitsmarkt sei. Knapp und klar die Antwort einer jungen Frau, die gerade einen Antrag auf Notstandshilfe stellte, auf die Frage, ob sie etwas Besonderes suche: "Einfach arbeiten." Seit einem Jahr sei sie ohne Job - gelernt hat sie Verkäuferin.

Längere Zeit nahm sich der SPÖ-Chef für einen Maturanten, der nun seit drei Monaten erfolglos auf Jobsuche ist. Er solle eine weiterführende Ausbildung absolvieren, riet der SPÖ-Chef. Auch einem HTL-Abbrecher riet der SPÖ-Vorsitzende, die Schule doch fortzusetzen. Einem jungen Türken, der eben erst nach Österreich kam, wünschte Gusenbauer "toi, toi, toi und alles Gute" für dessen Sprachkurs. (APA)

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    SP-Chef Alfred Gusenbauer fordert einen Lehrlingsfonds

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