Ex-UNO-Waffeninspektor kritisiert USA

16. September 2002, 13:34
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Ritter: Amerika übt "extremen Druck" in Irak-Frage aus - Früherer "Falke" sieht Krieg näher als je zuvor

London - Der frühere UN-Waffeninspektor Scott Ritter hat den USA vorgeworfen, in der Irak-Frage "extremen Druck" auf die internationale Gemeinschaft auszuüben. Washington wolle die internationale Gemeinschaft seinem Willen unterwerfen, nicht dem der Vereinten Nationen, sagte Ritter am Montag im britischen Rundfunksender BBC. "Ich denke, wir sind einem Krieg näher als je zuvor", fügte Ritter hinzu. Im Grunde befänden sich die USA bereits im Krieg - die Frage sei nur noch, wann dieser in die Phase des "breit angelegten konventionellen Konflikts" eintrete.

Ritter galt in seiner Zeit als Waffeninspektor als "Falke" und schied 1998 mit der Begründung aus dem Dienst, dass die UNO und die USA ihn nicht genügend in seinem harten Kurs gegenüber Bagdad unterstützten. In letzter Zeit tat er sich jedoch zunehmend mit kritischen Tönen hervor und lehnte einen Angriff auf den Irak kategorisch ab. Anfang September war er zu Besuch in Bagdad und bot sich als Vermittler an.(APA)

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