Sanierungsfall France Telecom

16. September 2002, 13:00
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Kritik an Regierung nimmt zu - "Staat unfähig, Rolle als Anteilshaber auszuüben"

Mit zunehmender Kritik sieht sich Frankreichs Regierung angesichts der Finanzmisere des teilstaatlichen Telekommunikationsriesen France Telecom konfrontiert. Analysten werfen ihr vor, den Konzern führungslos mit einem Milliarden-Schuldenberg ohne Strategie und Vorschläge für einen Nachfolger an der Konzernspitze dahintreiben zu lassen.

Unfähig

"Der Staat ist unfähig, seine Rolle als Anteilshaber auszuüben", sagte der ehemalige Industrieminister Roger Fauroux, der vergangene Woche den Verwaltungsrat von France Telecom verlassen hatte.

Die französische Regierung hatte erklärt, eine Strategie für den Schuldenabbau bei France Telecom werde erst dann vorgestellt, wenn ein Nachfolger für Michel Bon feststehe. Laut Finanzminister Francis Mer wird die Nachfolge wohl erst in rund drei Wochen geklärt sein. France Telecom hatte Ende vergangener Woche den Rücktritt von Konzernchef Bon und den Rückzug aus seinem Engagement beim deutschen Mobilfunk-Unternehmen MobilCom angekündigt.

Kurse

Die Aktien von France Telecom haben die neue Handelswoche mit einem Kursaufschlag von knapp 2 Prozent auf 10,55 Euro begonnen. Die Titel der Mobilfunktochter Orange stiegen am Montag zeitweilig um fast 2 Prozent auf 5,70 Euro, nachdem France Telecom erneut bekräftigt hatte, sich von seinem 85-prozentigen Orange-Anteil nicht trennen zu wollen. Im Handelsverlauf bröckelten die Kurse beider Unternehmen aber wieder ab.

Erholung

Die France Telecom-Aktie war am vergangenen Freitag von den Investoren mit Kursverlusten von zeitweise rund 15 Prozent abgestraft worden, konnte sich jedoch bis Handelsschluss wieder von ihrem Tagestief erholen und bei 10,35 Euro mit einem relativ geringen Tagesverlust schließen. Seit ihren Höchstständen während des Dot.Com-Booms im März 2000 hat der Telekom-Titel rund 95 Prozent seines Wertes eingebüßt. (APA)

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