2001 brachte Geburtenplus von 2,1 Prozent

17. September 2002, 09:28
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Geburtensteigerung könnte jedoch kurzfristig sein

Wien - Mehr Kinder und mehr EinwohnerInnen: Bei der Statistik Austria verzeichnet man in beiden Kategorien ein Plus. Laut dem nun vorliegenden Ergebnis der Volkszählung 2001 leben in Österreich erstmals über acht Millionen Menschen, und in den ersten sieben Monaten des heurigen Jahres bekamen diese um 2,1 Prozent mehr Kinder.

44.460 Babys kamen seit Jänner auf die Welt, was einen Anstieg um 2,1 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet. Damit ist das Niveau des Jahres 2000 wieder erreicht. Im Juli war die Steigerung mit einem Plus von 4,1 Prozent sogar noch deutlicher ausgefallen.

Anreiz Kindergeld

"Ich warne davor, diese Zahlen zu überinterpretieren", mahnt jedoch Josef Kytir, Leiter der Analyseabteilung Bevölkerung bei der Statistik Austria. Insgesamt wird 2002 wahrscheinlich ein leichtes Plus bleiben; wie es in den kommenden Jahren aussieht, wagt er aber nicht zu prophezeien.

"Dass die Einführung des so genannten Kindergeldes bei dem Plus eine Rolle gespielt hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings zeigen Vergleiche mit anderen Ländern, dass solche Maßnahmen nur zu einer zeitlichen Verschiebung führen, dass heißt, Paare bekommen ihr Kind einfach etwas früher, im kommenden Jahr könnten es dann wieder weniger sein", führt Kytir aus.

Für eine Steigerung der Bevölkerungszahl reicht die Kinderzahl bei weitem nicht, derzeit liegt die Kinderzahl pro Frau bei 1,31 - für ein Bevölkerungswachstum wären aber mindestens 2,01 Kinder notwendig. In Europa erreicht diese Latte allerdings nur Albanien, in den skandinavischen Ländern liegt die Kennzahl bei etwa 1,8.

Acht-Millionen-Grenze

Trotz des fehlenden Nachwuchses hat Österreich aber erstmals mehr als acht Millionen EinwohnerInnen. Exakt 8,032.557 Österreicher und Österreicherinnen gab es am 15. Mai 2001, gab die Statistik Austria am Montag bei der Präsentation des Endergebnisses der Volkszählung bekannt. Möglich wurde der Anstieg vor allem durch Zuwanderung, der Ausländeranteil stieg von 6,6 Prozent im Jahr 1991 auf 8,8 Prozent im vergangenen Jahr.

Im Bundesländervergleich liegen Salzburg (+6,8 Prozent), Tirol (+6,7) und Vorarlberg (+5,9) voran, einzig in der Steiermark gibt es um 0,1 Prozent weniger Menschen als zehn Jahre zuvor. Größere Verschiebungen gab es bei den Landeshauptstädten: Während sich der Eisenstädter Bürgermeister über 9,5 Prozent mehr EinwohnerInnen freuen kann, sind seinem Linzer Kollegen 9,8 Prozent der BürgerInnen abhanden gekommen, in Graz sank die Zahl in den vergangenen zehn Jahren um 4,9 Prozent. (moe, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.9. 2002)

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