"Twin-City"-Konzept für Europa

16. September 2002, 12:20
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Region Wien-Bratislava soll gemeinsamen Markennamen erhalten

Wien - Der Wiener Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) plädiert für eine gemeinsame Vermarktung der Region Wien-Bratislava. Das Gebiet solle einen eigenen Namen bekommen, sagte der Stadtrat am Montag bei einer Pressekonferenz. Mit 4,5 Millionen Einwohnern wäre die Region es durchaus konkurrenzfähig, so Schicker. Die EU-Osterweiterung sei auch ein Schwerpunkt in der Ausarbeitung des Stadtentwicklungsplans (STEP) 2005. Man habe erkannt, "dass Wien nicht mehr an der Stadtgrenze aufhört".

Zentrale Rolle Wiens

Schicker sieht die zukünftige Rolle Wiens als "eines der Zentren in Süd- und Mitteleuropa". Zwischen Wien und Bratislava gebe es bereits jetzt einen regen Austausch. Im Rahmen des "Twin-City"-Konzepts arbeite man an der Idee einer Europaregion, die schon im Vorfeld der Erweiterung funktionieren solle, sagte der Stadtrat.

Step 2005

Auch der STEP 2005 stehe ganz im Zeichen dieser zukünftigen Anforderungen. Man müsse sich etwa überlegen, wie weit man die U-Bahnen an die Stadtgrenze heranführe, so Schicker. Hinsichtlich der Verkehrsanbindung des Wiener Berges gebe es weiterhin noch keine Einigung. Derzeit würden drei Varianten angedacht: Eine Verstärkung der Buslinien, deren Realisierung etwa ein Jahr lang dauern würde, eine oberirdische Straßenbahn auf der Wienerbergstraße, deren Bau vier oder fünf Jahre in Anspruch nehmen würde, oder eine unterirdisch geführte Straßenbahn, deren Errichtung laut Schicker zwei Jahre länger dauern würde.

Flughafenschnellbahn

Ebenfalls ausständig sei noch die Einigung über den Takt der Flughafenschnellbahn S7 mit den ÖBB, sagte der Planungsstadtrat. Man stehe derzeit noch in Verhandlungen. Die Bundesbahnen hätten einen Viertelstundentakt angeboten, allerdings unter der Voraussetzung, die Schnellbahnstammstrecke zu "verdünnen". Diese Variante sei für die Stadt Wien aber "nicht wirklich verhandlungsfähig".

Ziel sei es auch, die Beteiligung der Bürger in der Frage der Stadtentwicklung zu stärken: So werde das Beteiligungsmodell "Agenda 21" zusätzlich zum Alsergrund ab nächstem Jahr auf fünf weitere Bezirke ausgedehnt. (APA)

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