Was kostet ein Krieg?

16. September 2002, 15:55
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US-Einsatz im Irak könnte bis zu 200 Milliarden Dollar kosten, meint Bush-Wirtschaftsberater Lindsey und weicht damit deutlich von bisherigen Schätzungen ab

Washington - Der Wirtschaftsberater des US-Präsidenten George W. Bush schätzt die Kosten eines Militäreinsatzes gegen den Irak auf ein bis zwei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA.

Dies sei die "Obergrenze", erklärte der Vorsitzende des Wirtschaftsrats im Weißen Haus, Lawrence Lindsey, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA von rund zehn Bill. Dollar beliefe sich der Betrag damit auf 100 Mrd. bis 200 Mrd. Dollar.

Verteidigungsexperten sparsamer

Die Schätzung des Wirtschaftsberaters weicht damit deutlich von jener ab, die bisher seitens des US-Verteidigungsministeriums gegenüber dem Kongress genannt und auf etwa 50 Mrd. Dollar beziffert wurden.

Allerdings präzisierte Lindsey nicht, ob in seiner Schätzung auch die Kosten für einen eventuellen Wiederaufbau des Landes und die Einsetzung einer neuen Regierung enthalten sind.

Die Kosten für den Militäreinsatz der USA im so genannten zweiten Golfkrieg beliefen sich auf 58 Mrd. USD, was 1991 etwa einem Prozent des US-BIP entsprach. Allerdings wurde damals der größte Teil der Summe von den Verbündeten getragen.

Keine Rezession

Signifikante Konsequenzen der Finanzierung des Kriegs für die Zinsentwicklung und die Lage des Haushalts in den USA schloss Lindsey aus. Es sei auch nicht zu befürchten, dass der Krieg die USA in eine Rezession stürzen werde.

Zugleich verneinte der Ökonom die Frage nach möglichen positiven Auswirkungen der Staatsausgaben auf die US-Wirtschaft. "Staatsausgaben sind nicht so stimulierend", sagte Lindsey. Die Herstellung von Waffen sei nicht die Basis nachhaltigen Wachstums.

Die Aufwendungen für einen Krieg gegen den Irak verglich Lindsey mit einer Investition in die Beseitigung einer Gefahr für die Wirtschaft. Eine Entmachtung Saddam Husseins könne möglicherweise das Problem der Versogung mit Rohöl entschärfen. "Wenn es im Irak zu einem Regimewechsel kommt, kann man drei bis fünf Mill. Barrel zur Weltrohölproduktion addieren", schätzt der Berater. Ein erfolgreicher Krieg werde daher positiv auf die Wirtschaft wirken.(APA/vwd)

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    foto:epa/samad
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