SPÖ-Frauen fordern 40 plus

15. September 2002, 21:31
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Die Fixpunkte des neuen Programms wurden vorgestellt

Wien - "Zur Zeit stellt die SPÖ 22 Frauen im Nationalrat. 2003 sollen 40 Prozent der SPÖ-Abgeordneten Frauen sein", definierte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer das Ziel der SPÖ-Frauen. "Wir wollen 40 plus im Parlament, 40 plus soll auch Ziel in der Partei sein", so Prammer anlässlich eines Gesprächs von SPÖ-Frauen mit Journalistinnen am Freitag Abend. Am Gespräch teilgenommen haben die SPÖ-Abgeordneten Christine Muttonen, Katharina Pfeffer, Barbara Prammer, Beate Schasching, Ulli Sima, Gisela Wurm sowie SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer.

Fixpunkte im Wahlprogramm der SPÖ-Frauen sind die Themen Beschäftigungsoffensive für Frauen, ein eigenes Frauenbildungsprogramm, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine eigenständige Alterssicherung für Frauen sowie ein neues Familienrecht, erklärten Prammer und Stadlbauer.

Frauenqualifizierungsoffensive

"Die Frauenbeschäftigung darf im Zuge der allgemein hohen Arbeitslosigkeit nicht zum Nebenthema werden. Hier besteht die Gefahr, dass die Frauen in den Graubereich gedrängt werden", gab die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende zu bedenken. "Frauen muss beim Wiedereinstieg geholfen werden, sie müssen eine zweite Chance erhalten, die Zahl der arbeitslosen Frauen, die nur Pflichtschulabschluss haben, steigt leider, so Prammer. Daher fordern die SPÖ-Frauen 100 Millionen Euro für eine Frauenqualifizierungsoffensive, erklärte Prammer.

Flexibilität beim Kindergeld

Um eine höhere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten, sei ein Bündel von Maßnahmen notwendig, so Prammer. Dies bedeute etwa eine adaptierte Gestaltung des Kindergeldes. Es solle möglich sein, die Arbeitszeit, die Karenzdauer sowie die Höhe des Kindergeldes flexibel zu gestalten, so solle etwa eine kürzere Bezugsdauer mehr Kindergeld nach sich ziehen, erklärte Prammer. Weiters seien 100.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze sowie eine Qualitätssteigerung in der Kinderbetreuung notwendig, erläuterte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende ihre Vorstellungen.

Unterhalt und Obsorgerecht neu regeln

Weiters forderte sie die Änderung des bestehenden Familienrechts. Es sei ein vollkommen neues Unterhaltsrecht sowie die Änderung der gemeinsamen Obsorge notwendig, so Prammer. So hätten die letzen Urteile des Verfassungsgerichtshofes gezeigt, dass es immer schwieriger werde, Unterhaltsleistungen für Kinder zu erhalten. Hier dürfe sich der Staat nicht aus der Verantwortung ziehen, so Prammer.

Ein weiteres Ziel der SPÖ-Frauen sei die rechtliche Angleichung der Lebensgemeinschaften, es soll die Möglichkeit von eingetragenen Partnerschaften sowohl für heterosexuelle, wie auch homosexuelle Paare geben, so die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende. (red)

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