Die rhythmische Schule

15. September 2002, 20:58
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Förderung kreativer Intelligenz - Rhythmikunterricht in der Schweiz

Wien - In der Schweiz "blüht die Rhythmik", schwärmt Anja Specht, die gemeinsam mit ihrem Mann Gerald in Wien das bisher einzige Rhythmikstudio Österreichs gegründet hat. In der Schweiz gibt es in den Volksschulen einmal in der Woche Rhythmikstunde - zusätzlich zum Musik- und Turnunterricht. In München gibt es das "Rhythmikon" seit 40 Jahren.

In Österreich werden zwar seit 1912 Rhythmikpädagogen ausgebildet, nur in der Anwendung hapert es. Anja und Gerald Specht haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, der Rhythmik auch hier einen festen Platz einzuräumen. In diesem Jahr feiern sie mit einem großen Spielfest (am 21. September im Wiener Stadtpark) das zehnjährige Bestehen ihres Studios.

Wer nun aber dabei an rhythmische Gymnastik denkt, liegt völlig falsch. Rhythmik hat weniger mit Bewegung zu tun als vielmehr mit Persönlichkeitsentwicklung, wie sie auch in der Montessori-Pädagogik angestrebt wird. Bewegung, Stimme und Sprache sollen vernetzt werden, was kreative Intelligenz und soziales Lernen fördert. Das passiert so erfolgreich, dass mittlerweile Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen und Ärztinnen verhaltensauffällige Kinder schicken.

Rhythmik wird an der Universität für Musik und darstellende Kunst im Rahmen des Studienzweiges Musik und Bewegungserziehung angeboten, nach vier Jahren in Wien und zwei weiteren am Mozarteum in Salzburg kann man den Magister machen. Und dann können die ausgebildeten Rhythmikpädagogen ihre Ideen in den traditionellen Musikunterricht einfließen lassen. Das war den Spechts nicht genug - und sie gründeten ihr Studio.

Mit 35 Kindern haben sie begonnen, jetzt sind es 500. Das nächste Ziel: ein eigenes "Haus der Rhythmik". Die "offizielle pädagogische Welt" muss dabei helfen. (dam/DER STANDARD, Printausgabe, 16.9.2002)

Spielefest im Wiener Stadtpark am 21. September, 14 bis 19 Uhr vor der Meierei, (bei Regen 22. September)

Link

rhythmikstudio.at

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