Vorerst keine Entscheidung über Hilfen für deutsche MobilCom

15. September 2002, 19:36
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Krisensitzung geht weiter - Insolvenzantrag blieb bisher aus

Die Krisensitzung zur Rettung des schwer angeschlagenen Mobilfunk-Unternehmens MobilCom beim deutschen Wirtschaftsminister Werner Müller hat zunächst kein greifbares Ergebnis erbracht. Müller sagte am Sonntag in einer Sitzungspause in Berlin, die Rechte aus dem Vertrag mit France Telecom seien zwar "belastbar". Allerdings müsse noch die wirtschaftliche Lage von MobilCom weiter geprüft werden. Über eventuelle Bürgschaften sei zunächst nicht gesprochen worden. Ein Insolvenzantrag von MobilCom blieb am Wochenende aus.

Krise

An dem Krisengespräch bei Müller nahmen MobilCom-Chef Thorsten Grenz, Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Rohwer sowie Vertreter des Kanzleramtes und des Finanz- und Justizministeriums teil. Die "Bild"-Zeitung hatte am Samstag berichtet, der Bund und das Land Schleswig-Holstein wollten kurzfristige Bankkredite bis zu 200 Millionen Euro durch Staatsbürgschaften absichern.

Hintergrund

MobilCom mit mehr als 5000 Mitarbeitern steht nach dem Rückzug des Großaktionärs France Telecom vor dem Aus. Nach Auffassung von MobilCom hat der französische Konzern allerdings die Finanzierung vertraglich zugesichert. Die Bundesregierung hatte MobilCom bereits juristische Unterstützung in Aussicht gestellt. Die Franzosen zeigen sich angesichts möglicher Klagen gelassen. (APA)

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