Es klingelt zuviel in den Kassen

15. September 2002, 18:59
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Griechen protestieren wieder gegen "bösen Teuro" - Verbraucherschützer rufen zu viertägigem Verzicht auf Obst und Gemüse auf

Athen/Rom - Die Griechen lassen in ihrem Protest gegen steigende Preise seit der Euro-Einführung nicht nach: Zum zweiten Mal in zwei Wochen haben die Verbraucherschützer zu einem landesweiten Konsumboykott aufgerufen. Ab Montag sollen die Verbraucher mit einem viertägigen Verzicht auf Obst und Gemüse gegen Preiserhöhungen im Zusammenhang mit der Währungsumstellung protestieren. Der erste Boykotttag war bereits am 3. September.

"Wir werden die Proteste ausweiten, wenn die Preise nicht sinken", kündigte der Chef des griechischen Verbraucherinstituts, Haralambos Kouris, am Sonntag an. Nach Angaben von Verbraucherschützern sind vor allem Urlaubsregionen von steigenden Preisen im Zusammenhang mit der Euro-Umstellung betroffen. Auch Finanzminister Nikos Christodoulakis hat dem Handel vorgeworfen, mit Euro-Preiserhöhungen die Inflation anzutreiben, und gedroht, eine Liste der schwarzen Schafe zu veröffentlichen.

"Konsumboykott in Italien"

Am Donnerstag hatten die italienischen Verbraucherschutzverbände den Erfolg ihres "Konsumboykotts" gefeiert. Laut Konsumentenorganisationen hatten sich 40 Prozent der Italiener dem Streik gegen den "Teuroeffekt" angeschlossen, der die Kaufkraft der Familien drückt. "Dies bedeutet, dass zirka 20 Millionen Italiener auf unseren Appell reagiert und auf Einkäufe verzichtet haben", betonte ein Sprecher des Konsumentenschutzverbands Codacons, der mit Gewerkschaftsorganisationen und Oppositionsparteien zum Protest aufgerufen hat. (APA/AP)

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