Stadler: Regime Saddam Husseins "nicht schlechter" als andere arabische Regierungen

15. September 2002, 18:12
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Der FPÖ-Volksanwalt ist stolz darauf, Haiders "Dobermann" zu sein

Madrid - Volksanwalt Ewald Stadler (F) verteidigt die Kontakte der FPÖ zum irakischen Regime Saddam Husseins in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung "El Pais" mit "österreichischen Wirtschaftsinteressen". "Das Regime in Bagdad ist nicht besser und nicht schlechter als andere arabische Regierungen. Länder wie Jordanien, Syrien und Saudiarabien genießen die Unterstützung der USA, obwohl sie keine religiöse Glaubensfreiheit, Zivilrechte oder Demokratie im westlichen Sinne haben. Im Irak allerdings gibt es religiöse Freiheit und die Politik der irakischen Regierung ist eine interne Angelegenheit, die nur die Iraker selbst bestimmen", verteidigte Stadler seine Position. Er stimme zwar nicht mit den Ansichten Bagdads überein, "aber wir bemühen uns in den arabischen Ländern, wo die österreichische Wirtschaft Interessen hat, gute Kontakte zu pflegen."

"Fehler Riess-Passer"

Der FPÖ-Politiker zeigte sich mit dem Ausscheiden seiner Partei aus der Regierungskoalition mit der ÖVP zufrieden. Auch als Opposition könne man Reformen erwirken. "Doch der Hauptaspekt im internen FPÖ-Konflikt ist, zu sehen, ob wir ein Teil des Systems sein wollen, gegen das wir 15 Jahren angekämpft haben, oder eine andere Art von Partei", erklärte Stadler. Mit Jörg Haider, so Stadler, werde die FPÖ wieder zur traditionellen Linie zurückfinden. Er habe sich immer dafür ausgesprochen, dass Haider nicht den Parteivorsitz aufgebe. Es sei ein Fehler gewesen, Susanne Riess-Passer die Parteiführung zu überlassen.

"Mir gefällt diese Rasse"

Stadler zeigte sich stolz, Haiders "Dobermann" zu sein. "Mir gefällt diese Rasse. Sie ist elegant, treu, vertrauenswürdig und bellt fast nicht. Aber wenn es drauf ankommt, weiß sie zuzubeißen", so der FPÖ-Politiker.

Obwohl ihn mit Haider eine tiefe ideologische Übereinstimmung und eine jahrelange Freundschaft eine, sieht er doch auch Charakterunterschiede. "Haider sehnt sich nach Harmonie und versucht, die Menschen zu einen, während ich den Konflikt und verschiedene Positionen bis zur Polarisierung suche", wurde Stadler in dem Interview zitiert. Dennoch seien sie beide sehr deutsch-bewusst. "Wir fühlen uns beide verantwortlich für die deutschsprachige Minderheit im italienischen Südtirol und deshalb setzen wir uns auch für die deutschsprachigen Vertriebenen nach 1945 ein", erklärte der Volksanwalt. (APA)

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"Yo soy el doberman de Haider"
Das Interview in "El Pais"

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    Kann nach eigenen Aussagen notfalls auch zubeißen: FP-Volksanwalt Johann Ewald Stadler

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