Ron Sommer erhielt bei Abgang rund 11 Millionen Euro

16. September 2002, 18:04
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Magazinbericht hatte zuvor von sogar 65 Millionen Euro für den ehemaligen Chef der Deutschen Telekom gesprochen

Der frühere Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, bekommt nach seinem Abgang 11,6 Mill. Euro von dem Telefonriesen. Die Summe ergebe sich aus der Restlaufzeit von Sommers Vertrag, teilte die Deutsche Telekom am Montag mit. Sie widersprach damit einem Bericht der "Bild"-Zeitung, die über eine 65 Mill. Euro Abfindung berichtet hatte.

Keine Abfindung

Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" setzen sich die Zahlungen an Sommer zusammen aus neun Mill. Euro für den eigentlich bis 2005 laufenden Arbeitsvertrag des Managers sowie zwei Mill. Euro Pensionszahlungen. Eine darüber hinaus gehende Abfindung gebe es nicht, betonten Deutsche Telekom und Finanzminister Hans Eichel (SPD).

Festgelegt

Der Betrag von 11,6 Mill. Euro sei vom Präsidium des Telekom-Aufsichtsrats festgelegt worden, teilte das Unternehmen weiter mit. In dem Gremium sei die Bundesregierung nicht vertreten. Die Telekom reagierte damit auch auf Presseberichte über eine Klage gegen Eichel und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

"Der in der Presse genannte Betrag von 65 Mill. Euro entbehrt jeder Grundlage"

Demnach wird ihnen von Aktionären ein Verstoß gegen das Aktiengesetz vorgeworfen: Sie hätten die Ablösung Sommers aus Wahlkampfgründen betrieben und daher sei Sommer eine derart hohe Abfindung zugebilligt worden. "Der in der Presse genannte Betrag von 65 Mill. Euro entbehrt jeder Grundlage", erklärte die Telekom.

Ein Sprecher von Eichel nannte die Berichte über die Abfindung den Versuch, vor der Bundestagswahl eine neue Debatte um den Sommer-Rücktritt anzufachen. Eichel habe klar erklärt, dass es keine Abfindung gegeben habe. Daher gebe es auch keine Veranlassung, die Klage ernst zu nehmen.(APA/dpa)

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