Bush ruft erneut zu raschem Handeln gegen Bagdad auf

14. September 2002, 18:08
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Britischer Außenminister fordert UNO-Aktionen

Washington/New York/Jerusalem - US-Präsident George W. Bush hat erneut zu einem raschen Handeln im Irak-Konflikt aufgefordert. Der "Status quo ist absulut inakzeptabel", sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. Der US-Präsident begrüßte die für kommende Woche vorgesehene Kongress-Debatte zum Thema Irak. Er rief die Abgeordneten auf, sich "unzweifelhaft" für eine Intervention in Irak auszusprechen und auf die Gefahr hinzuweisen, die von der irakischen Produktion von Massenvernichtungswaffen ausgehe. Der irakische Machthaber Saddam Hussein missachte 16 UN-Resolutionen, wiederholte Bush in der Rundfunkansprache die Vorwürfe, die er bereits am Donnerstag vor der UN-Vollversammlung angesprochen hatte.

Treffen mit Berlusconi

Unterdessem kam Bush in Camp David mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zusammen, um über die Irak-Krise zu sprechen. Berlusconi gehöre zu einer wachsenden Gruppe von Staats- und Regierungschefs, die "die Welt zum Handeln gegen Irak aufrufen", sagte Bush.

Der irakische Außenminister Nadschi Sabri wiederholte in New York die Forderung seiner Regierung nach einer Aufhebung der UN-Sanktionen. Nur dann wolle das Land wieder Waffeninspekteure zulassen. Durch die Sanktionen würden tausende Iraker sterben.

Britischer Außenminister fordert UNO-Aktionen

Großbritannien hat die Vereinten Nationen aufgefordert, entschlossen gegen die irakische Regierung vorzugehen. "Kein Land stellt eine derartig fundamentale Herausforderung für die UNO dar wie der Irak", sagte der britische Außenminister Jack Straw am Samstag vor der UNO-Vollversammlung. Er sagte nicht, wie die geforderten UN-Aktionen konkret aussehen sollten. Die Vereinten Nationen dürften nicht länger tatenlos zusehen, wie das Regime Saddam Husseins sich UNO-Resolutionen widersetze, sagte Straw. Sonst würden bald Diktatoren überall in der Welt die UNO als "Quatschbude" abtun. Ohne entschlossenes Vorgehen gegen die irakische Aufrüstung würden die Vereinten Nationen geschwächt werden und "die Welt wäre ein viel gefährlicherer Ort". Die UNO habe die Verantwortung, endlich dafür zu sorgen, dass wieder Inspekteure im Irak nach Massenvernichtungswaffen suchen können. (APA/AFP/AP)

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