Friaul startet Offensive gegen Senkung von Alko-Limit

14. September 2002, 17:26
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Italiener sehen in der Promillesenkung einen klaren Angriff auf ihre Esskultur

Rom - Der friulanische Regionalrat will in Rom eine Offensive gegen die neue Straßenverkehrsordnung starten, die das zulässige Alko-Limit von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt hat. Die Mitglieder des Regionalrats haben einstimmig beschlossen, sich bei der Regierung in Rom für eine Abschaffung des strengeren Grenzwerts einzusetzen. Sie behaupten, das Limit sei zu restriktiv für eine Region wie den Friaul, die einige der renommiertesten Weine Italiens herstellt und zu den Gebieten mit dem höchsten Weinkonsum im Land zählt.

"Es ist absurd zu behaupten, dass ein Autofahrer nach zwei Gläsern gutem Wein nicht mehr in der Lage ist, sicher zu fahren", betonte der Vertreter der Grünen im Regionalrat, Mario Pulatti, der sich an die Spitze der "Revolte" gegen die neue Straßenverordnung gesetzt hat. Pulatti warnte vor einem neuen "Prohibitionismus" in Italien, der zur "Verteufelung" der Weintrinker führen werde.

Abendessen mit Wein

"Die neuen Verkehrsvorschriften wollen den Italienern verbieten, zum Abendessen Wein zu trinken. Dies gefährdet die Tradition und die Kultur von Gebieten wie den Friaul, Piemont und die Toskana, die wegen ihrer Weinkultur international bekannt sind", so Pulatti. Es sei natürlich wichtig, für Sicherheit auf den Straßen zu sorgen, man könne jedoch den Italienern nicht verbieten, zum Essen ein Glas Wein zu trinken.

Polemik

Das Alko-Limit sorgt im Regionalrat für Polemik. "Die Sicherheit auf den italienischen Straßen ist wichtiger als die Weinkultur Friauls. Auch in den meisten anderen europäischen Ländern ist der zugelassene Alkoholpegel auf 0,5 Promille gesenkt worden. Italien soll sich zur Sicherheit der Autofahrer an die Vorschriften halten", sagte ein Vertreter der oppositionellen Linken im Regionalrat. (APA)

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