Karachi mehrfach durch Terror gegen Ausländer in den Schlagzeilen

14. September 2002, 14:56
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Top-Terrorist Binalshibh wurde in pakistanischer Hafenmetropole festgenommen

Karachi - Die pakistanische Hafenstadt Karachi, wo der mutmaßliche Terrordrahtzieher Ramzi Binalshibh gefasst wurde, hat in den vergangenen Monaten mehrfach durch Terroranschläge gegen Ausländer Schlagzeilen gemacht. Der US-Journalist Daniel Pearl wurde dort entführt und enthauptet. Elf Franzosen starben bei einem Bombenanschlag auf ein Hotel. Und vor dem US-Konsulat explodierte eine Autobombe. Verbindungen der Täter zum Terrornetzwerk El Kaida wurden allerdings bisher nicht nachgewiesen.

Die Zehn-Millionen-Stadt Karachi gilt schon seit langem als die unsicherste Metropole Pakistans. In den 90er Jahren kamen mehrere tausend Menschen in Bandenkriegen mit politischem Hintergrund ums Leben. Splittergruppen des Mohajir Qaumi Movement MQM, einer Bewegung von Moslems, die nach der Teilung des Subkontinents 1947 aus dem heutigen Indien zugewandert waren, bekämpften einander. Außerdem kam es auch in diesem Jahr zu Morden auf offener Straße, vor allem an Angehörigen der schiitischen Richtung des Islam.

Weltweit erregten aber vor allem drei gegen Ausländer gerichtete Verbrechen in Karachi Aufsehen. Im Jänner enthaupteten Extremisten den US-Journalisten Pearl, der an einem Artikel über den internationalen Terrorismus arbeitete, vor laufender Kamera. Im Mai zündeten Terroristen vor einem Hotel in Karachi eine Bombe, die gegen französische U-Boot-Techniker gerichtet war. Außer elf Franzosen kamen drei Pakistani ums Leben. Die Autobombe vor dem US-Konsulat tötete im Juni zwölf Pakistani.

Diese Anschläge - wie auch Terroranschläge auf eine Kirche im Diplomatenviertel der Hauptstadt Islamabad sowie auf eine christliche Schule und eine von einer christlichen Organisation betriebene Augenklinik - wurden allerdings nicht direkt mit dem El-Kaida- Netzwerk in Verbindung gebracht. Die Täter gelten als Mitglieder extremistischer pakistanischer Moslemgruppen.

Beobachter sind der Ansicht, dass El-Kaida-Mitglieder, die aus Afghanistan nach Pakistan zu fliehen versuchen, dort zunächst nicht an Terroraktionen teilnehmen, weil sie dadurch die Fahnder auf ihre Verstecke aufmerksam machen könnten.

Binalshibh ist allerdings nicht der erste führende mutmaßliche El-Kaida-Terrorist, der in Pakistan gefasst wurde. Im März war Abu Subaydah, der als Militärchef Osama bin Ladens galt, in Faisalabad festgenommen worden. (APA/dpa)

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