Ein Kommen und ein Gehen in der FPÖ

14. September 2002, 16:38
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Die FPÖ-Rücktrittsserie findet kein Ende

Wien - Die FPÖ-Rücktrittsserie findet kein Ende. Am Samstag kündigte auch der für außenpolitische Angelegenheiten zuständige Generalsekretär Peter Sichrovsky seinen Rückzug aus dieser Position an. In den zweieinhalb Jahren der freiheitlichen Regierungsbeteiligung hat die Partei damit eine Vizekanzlerin, sechs Minister, ihren Klubobmann, drei Generalsekretäre und zwei Bundesgeschäftsführer verloren. Auch von der am 1. Mai 2000 gewählten vierköpfigen Parteispitze ist ab dem nächsten Parteitag kommenden Samstag in Oberwart nur mehr einer der stellvertretenden Vorsitzenden, Herbert Scheibner, vertreten.

Die Chronologie der Personalwechsel während der FPÖ-Regierungsbeteiligung:

Michael Krüger tritt zurück

29. Februar 2000: Michael Krüger tritt wegen Überlastung als Justizminister ab. Nachfolger wird FPÖ-Parteianwalt Dieter Böhmdorfer.

Susanne Riess-Passer folgt Jörg Haider

1. Mai 2000: Susanne Riess-Passer folgt Jörg Haider als Parteichefin. Ihre Stellvertreter werden Verteidigungsminister Herbert Scheibner, Vorarlbergs Landeschef Hubert Gorbach und Neo-Klubchef Peter Westenthaler.

Gilbert Trattner wird statt Gerald Mikscha Bundesgeschäftsführer

Gilbert Trattner wird statt Gerald Mikscha Bundesgeschäftsführer, und Theresia Zierler und Peter Sichrovsky ersetzen als Generalsekretärs-Duo Westenthaler, der in Folge der Regierungsbildung Scheibner als Klubobmann nachgefolgt war.

Sozialministerin Sickl geht - Haupt kommt

22. Oktober 2000: Sozialministerin Elisabeth Sickl muss die Regierung verlassen und wird durch Herbert Haupt ersetzt. Gerhard Fallent wird dritter Generalsekretär.

Michael Schmid tritt zurück

4. November 2000: Infrastrukturminister Michael Schmid tritt als drittes Regierungsmitglied zurück: "Die Batterien sind leer." Nachfolgerin wird Monika Forstinger (F).

Trattner tritt als Bundesgeschäftsführer zurück

16. Mai 2001: Trattner gibt seinen Rücktritt als Bundesgeschäftsführer bekannt. Ihm folgt im Sommer Markus Mitterrutzner, bis dahin persönlicher Referent Riess-Passers.

Fallent geht

21. August 2001: Fallent muss das Generalsekretariat in Richtung Freiheitliche Akademie verlassen. Zierler und Sichrovsky bleiben.

Zierlers als Generalsekretärin geht

21. Oktober 2001: Der Rücktritt Zierlers als Generalsekretärin wird bekannt - aus "familiären Gründen". Sie behält ihr Mandat im Nationalrat. Karl Schweitzer wird zu Zierlers Nachfolger ernannt.

Rücktritts-Gerüchte um Westenthaler

15. Jänner 2002: Nach tagelangen Rücktritts-Gerüchten rund um Klubobmann Peter Westenthaler setzt Altparteiobmann Jörg Haider einen Paukenschlag. Er kündigt in der ZiB1 an, "sämtliche Funktionen auf Bundesebene" zurückzulegen.

Haider vollzieht einen Teilrückzug vom Rückzug

17. Jänner 2002: Haider vollzieht einen Teilrückzug vom Rückzug. Er verlässt zwar den Koalitionsausschuss, steht Riess-Passer aber weiter für alle Verhandlungen zur Verfügung. Vorarlbergs Landeschef Parteivize Hubert Gorbach folgt Haider im Koordinationsgremium zwischen ÖVP und Freiheitlichen.

Monika Forstinger tritt zurück

18. Jänner 2002: Riess-Passer verkündet den Rücktritt von Infrastrukturministerin Monika Forstinger, die in die Privatwirtschaft wechseln soll. Ihr Nachfolger wird Mathias Reichhold, früherer Landeshauptmann-Stellvertreter in Kärnten.

Riess-Passer, Grasser und Westenthaler treten zurück

8. September 2002: Riess-Passer, Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Westenthaler treten nach einer parteiinternen Revolution zurück. Scheibner wird Interims-Obmann.

Reichhold tritt zurück

9. September 2002: Reichhold erklärt ebenfalls seinen Rücktritt. Der Infrastrukturminister will die Geschäfte aber vorerst ebenso wie Riess-Passer und Grasser interimistisch weiterführen.

Haider wird Parteiobmann

11. September 2002: FPÖ-Vorstand nominiert einstimmig Jörg Haider als einzigen Parteiobmann-Kandidaten für den am 21. September stattfindenden Parteitag in Oberwart. Stellvertreter sollen seine Schwester Oberösterreichs Landesrätin Ursula Haubner, der dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn, Scheibner und Gorbach werden.

Haupt wird Spitzenkandidat für die Nationalratswahl

Sozialminister Herbert Haupt wird zum designierten Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl ernannt.

Gorbach will nicht

12. September 2002: Gorbach wird trotz Nominierung nicht als stellvertretender Parteivorsitzender kandidieren: "Ich kann nicht".

Schweitzer wird Nachfolger Westenthalers

13. September 2002: Schweitzer erklärt sich zur Nachfolge von Westenthaler als FPÖ-Klubobmann bereit.

Sichrovsky kündigt Rücktritt an

14. September 2002: Der für außenpolitische Kontakte zuständige Generalsekretär Sichrovsky kündigt seinen Rücktritt beim Parteitag von Oberwart an. (APA)

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