SPD nun bei Meinungsforschern voran

15. September 2002, 12:01
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Rund eine Woche vor der Wahl sehen vier große Institute eine Mehrheit für Schröder

Berlin - Nach monatelangem Rückstand hat die SPD nun auch in einer Emnid-Umfrage CDU und CSU überholt. Damit sehen vier der fünf großen Meinungsforschungsinstitute eine Woche vor der deutschen Bundestagswahl die SPD unter Bundeskanzler Gerhard Schröder vorn. In der Emnid-Umfrage für das Magazin "Focus" legte die SPD um einen Punkt auf 39 Prozent zu. Die Union verlor zwei Prozentpunkte auf 37 Prozent.

Die FDP habe unverändert acht Prozent erreicht, während die Grünen sich um einen Punkt auf sieben Prozent verbessert hätten. Die PDS kämpfe nach wie vor um den Wiedereinzug in den Bundestag und käme auf fünf Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Damit hätte Rot- Grün zwar eine Mehrheit über Schwarz-Gelb, aber keine Regierungsmehrheit.

Von einer politischen Wechselstimmung kann Emnid zufolge keine Rede mehr sein. Nur noch ein Drittel der Wähler glaube, dass die SPD- geführte Koalition durch eine Unions-geführte Bundesregierung abgelöst werde. Am Freitag hatten Umfragen von Forsa, der Forschungsgruppe Wahlen und von Infratest-Dimap erstmals seit Monaten eine Mehrheit für SPD und Grüne ergeben.

Die Geschäftsführerin des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, Renate Köcher, führte den Stimmungsumschwung zu Gunsten von Rot-Grün auf die Flutkatastrophe, die Fernsehduelle zwischen Schröder und dem Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber sowie die Diskussion über einen Krieg gegen Irak zurück. "Die Dramatik der Ereignisse der letzten Wochen, die einen stabilen Vorsprung von Schwarz-Gelb in der Endphase des laufenden Wahlkampfs zunichte gemacht haben, ist einmalig", sagte Köcher der "Welt am Sonntag". Das Institut Allensbach sieht bislang einen Gleichstand von Union und SPD. (APA)

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