Verwandter von Terrorpilot Jarrah hatte angeblich BND-Kontakte

14. September 2002, 13:21
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Libanese war angeblich auch für Stasi und libyschen Geheimdienst tätig

Hamburg - Ein Verwandter eines der Attentäter vom 11. September, Ziad Jarrah, hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" von Anfang bis Mitte der neunziger Jahre Kontakte zum deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) unterhalten.

Verbindung zum libyschen Geheimdienst

Nach der Wende sei der im ostdeutschen Greifswald lebende Libanese Assem Omar Jarrah von BND-Mitarbeitern angesprochen worden, berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Demnach hatte die Stasi Jarrah ab 1985 als Inoffiziellen Mitarbeiter "IM Karsten Berg" geführt. Von 1986 an habe der damalige Pharmaziestudent dann in Verbindung zum libyschen Geheimdienst gestanden.

Auf Anfrage habe Jarrah "Gespräche mit der Sicherheit in der DDR" und "der westdeutschen Sicherheit, kurz nach der Wende" bestätigt, heißt es in dem Bericht weiter. Auch habe er Geld von libyschen Regierungsstellen erhalten, allerdings nur für eine deutsch-arabische Freundschaftsgesellschaft. Jarrah betonte, er sei nie Agent gewesen. Ein BND-Sprecher erklärte demnach, die Behörde nehme grundsätzlich keine Stellung zu "operativen Kontakten".

Ziad Jarrah ist einer der 19 Todespiloten vom 11. September. Er steuerte vermutlich die in Pennsylvania abgestürzte Maschine der United Airlines. (APA)

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