Anschläge von Nairobi, Daressalem und Aden

14. September 2002, 12:19
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Ramzi Binalshibh übernahm für El Kaida Verantwortung

Hamburg - Der jetzt in Karachi (Pakistan) festgenommene Ramzi Binalshibh hat kürzlich in einem Interview des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera zugegeben, dass das Terrornetzwerk El Kaida auch die verheerenden Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam sowie auf den US-Zerstörer "USS Cole" verübt hat. Vier der damaligen Attentäter bzw. Hintermänner sind mittlerweile in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt.

Sprengstoff bei US-Botschaft in Kenia

7. August 1998: Ein mit Sprengstoff voll gepackter Lieferwagen biegt auf den Parkplatz der US-Botschaft in der Innenstadt von Nairobi (Kenia) ein. Als sich Wachmannschaften dem Fahrer Mohammed al-Owali in den Weg stellen, schleudert er eine Handgranate. Er fährt sein Fahrzeug dichter an die Botschaft heran, dort fliegt es in die Luft. Die gewaltige Explosion zerstört weitgehend das Botschaftsgebäude und ein benachbartes Bürohaus. 219 Menschen, darunter zwölf Amerikaner, kommen ums Leben, mehr als 5000 Menschen werden verletzt.

Autobombe vor der US-Botschaft in Daressalam

Fast zeitgleich explodiert eine Autobombe vor der US-Botschaft in Daressalam (Tansania). Da der Wagen aber bereits an der Einfahrt zum Botschaftsgelände gestoppt werden kann, fällt die Explosion weniger verheerend aus als in Nairobi. Elf Menschen kommen ums Leben, 75 werden verletzt. Fünf Tage später wird Al-Owali in Kenia festgenommen. Zwei Wochen nach den Anschlägen feuern die USA Marschflugkörper auf vermutete Terroristenstützpunkte im Sudan und in Afghanistan. In Khartum wird eine Fabrik für pharmazeutische Produkte getroffen.

Zielscheibe "USS Cole"

12. Oktober 2000: Im Hafen von Aden (Jemen) halten zwei Männer in einem Schlauchboot auf den Zerstörer "USS Cole" zu. Die Männer winken den Amerikanern zu, dann gibt es eine gewaltige Explosion. 17 US- Seeleute werden getötet, 39 verwundet. Im Rumpf der "Cole" klafft ein riesiges Loch; das Schiff wird später zur Reparatur in die USA geschleppt.

Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania

18. Okober 2001: Vier Gefolgsleute des Terroristenführers Osama bin Laden werden in New York wegen Beteiligung an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania zu lebenslanger Haft verurteilt. Mohammed al-Owali (24) und Khalfan Khamis Mohamed (28) werden wegen der direkten Beteiligung an den Attentaten für schuldig befunden. Mohamed Sadik Odeh (36) und Wadih El-Hage (41), der die US-Staatsbürgerschaft besitzt, werden wegen Verschwörung und Beihilfe zu den Mordanschlägen verurteilt. Odeh habe im Auftrag bin Ladens Terrorzellen in Ostafrika aufgebaut. El-Hage hat nach Überzeugung des Gerichts als Geldbeschaffer für die Anschläge gedient.

Das Gericht legte zudem fest, dass jeder der vier Verurteilten 33 Millionen Dollar an Wiedergutmachung zu zahlen habe. Die Geldstrafen werteten Prozessbeobachter als zunächst symbolisch, da die Verurteilten kaum derartige Summen aufbringen könnten. Sie hätten aber Bedeutung für Forderungen an Hintermänner der Verurteilten oder gar an Regierungen, die sie unterstützt haben könnten. (APA/dpa)

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