Sichrovsky kritisiert "Querschüsse" Haiders

14. September 2002, 10:18
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"...agiert wie ein Firmeneigentümer, der dem von ihm nominierten Management nicht traut und alles besser weiß..."- FPÖ muss sich zwischen Opposition und Regierungsfähigkeit entscheiden...

Wien - Die freiheitliche Parteispitze bröckelt weiter ab. Nach drei Ministern und dem Klubobmann legt nun mit Peter Sichrovsky auch einer der beiden Generalsekretäre seine Funktion zurück. Er sei zwei Mal von Susanne Riess-Passer nominiert worden. Nun sei sie nicht mehr Vorsitzende, "daher stehe ich auch nicht mehr als Generalsekretär zur Verfügung", begründet Sichrovsky im "profil" seinen Abschied beim Parteitag kommenden Samstag in Oberwart. Als EU-Parlamentarier will er dagegen weiter arbeiten.

Kritisiert "ständige Querschüsse" Haiders

Kritik übt der scheidende Generalsekretär am designierten Parteichef Jörg Haider, der ihn 1995 in die FPÖ geholt hatte. Der Kärntner Landeshauptmann habe "mit seinen ständigen Querschüssen agiert wie ein Firmeneigentümer, der dem von ihm nominierten Management nicht traut und alles besser weiß". Haider hätte die schwarz-blaue Koalition retten können, glaubt Sichrovsky. Der "Aufstand" habe dann jedoch eine Eigendynamik entwickelt, die auch der Landeshauptmann nicht mehr habe kontrollieren können.

Entscheidung zwischen Opposition und Regierungsfähigkeit

Der neuen FPÖ-Führung rät Sichrovsky, sich zwischen Opposition und Regierungsfähigkeit zu entscheiden: "Will man beides, wird die FPÖ in jeder künftigen Koalition so scheitern wie in dieser. Wenn Haider den Mittelbau nicht bald diszipliniert, wird es wieder so sein, dass die Funktionäre die Führung zappeln lassen wie eine Marionette". (APA)

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