Zehn Bewerber für das serbische Präsidentenamt

13. September 2002, 21:53
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Amtsinhaber Kostunica aussichtsreichster Kandidat

Belgrad - Zehn Kandidaten werden sich Ende des Monats um die serbische Präsidentschaft bewerben. Die Wahlkommission stellte am Freitag die Liste mit den Kandidaten vor, die sich am 29. September zur Wahl stellen wollen. Zu den Bewerbern gehört auch der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica, dessen aktuelles Amt im Zuge der Verfassungsreform verschwinden könnte. Er geht als Favorit in die Wahl.

Aussichtsreichster Gegenkandidat ist der stellvertretende jugoslawische Ministerpräsident Miroljub Labus, der in den Umfragen leicht hinter Kostunica zurückliegt, jedoch die Unterstützung der serbischen Regierungskoalition genießt. Alle anderen Kandidaten liegen deutlich zurück. Falls in der ersten Runde keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der Stimmen erzielt, wird die Stichwahl über die Sieger entscheiden.

Die Wahlkommission lehnte die Kandidatur des ehemaligen Armeechefs Generaloberst Nebojsa Pavkovic ab, der unter dem damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic diente. Er brachte die notwendigen 10.000 Unterschriften für eine Kandidatur nicht zusammen. Ein Mitglied der Wahlkommission, Zoran Loncar, erklärte jedoch, Pavkovic könne seine Teilnahme an der Wahl möglicherweise vor Gericht erzwingen, weil die Kommission nicht auf seine Beschwerden reagiert habe.

Aus den Reihen des ehemaligen Präsidenten Milosevic nehmen Velimir Bata Zivojinovic von der Sozialistischen Partei und Branislav Ivkovic von einer Splittergruppe der Sozialisten an der Wahl teil. Milosevic erklärte jedoch aus seiner Gefängniszelle in Den Haag, seine Unterstützung gelte dem Ultranationalisten Vojislav Seselj von der Radikalen Partei. Für die Serbische Erneuerungspartei stellt sich Vuk Draskovic zur Wahl, der in den 90er Jahren die Opposition gegen Milosevic anführte. (APA/AP)

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