Allergiepotenzial der Sojabohne durch Gen-Eingriff reduziert

13. September 2002, 20:40
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Umweltschützer skeptisch - ihre Sorge gilt eher der Sicherheit als der Auslösung von Allergien

London - In gemeinsamer Forschungsarbeit des Biotech-Unternehmens Pioneer Hi-Bred International und des US-Landwirtschaftsministeriums ist es gelungen, die Allergie auslösenden Inhaltsstoffe in Soja zu entfernen. Das Team ist sich einig, dass dieses Ergebnis Beispiel dafür ist, wie Gentechnologie die Sicherheit von Nahrungsmitteln verbessern kann. Eine Soja-Allergie betrifft zumeist Kinder unter fünf Jahren, aber auch Erwachsene sind davor nicht gefeit, berichtete BBC-Online.

Die Forscher entfernten aus den Sojabohnen das Gen P34. Von diesem wird angenommen, dass es das größte Allergiepotenzial besitzt. Der Stopp der P43-Genproduktion erfolgte durch so genanntes "Gen-Slicing". Dafür wurden Extra-Kopien des P34-Gens in die Pflanze eingebracht. Die Pflanze zerstört folglich alle Kopien. Laut Forschern hat dieser Prozess keinen Einfluss auf den Rest der Pflanze. Sie warnen aber gleichzeitig, dass noch viel Forschung nötig sei, bevor Soja ohne Allergiepotenzial kommerziell produziert werden könne. Es müssten noch zwei weitere Gene, die ebenfalls eine Allergie auslösen können, entfernt werden.

Die Umweltschutzorganisation Friends of the Earth kommentierte die Forschung: "Die ungewisse Auswirkung vom Ein- und Ausschalten der Gene muss genau im Auge behalten werden." Adrian Bebb von Friends of the Earth erklärte gegenüber der BBC, dass man ironischerweise darüber besorgt ist, dass genmanipulierte Nahrungsmitteln Allergien auslösen. "Wissenschaftler sind sehr gut in der Entwicklung neuer Techniken, aber der grundlegende Sicherheitsaspekt wird komplett vernachlässigt." (pte)

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