Gegenveranstaltung zum Forum

14. September 2002, 14:40
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VP-Wirtschaft gegen Konzerne

Salzburg - Rund um den Europagipfel des Weltwirtschaftsforum (WEF) haben globalisierungskritische Organisationen Hochkonjunktur. Neu in der bunten Front der Globalisierungskritiker, die Alternativforen und Diskussionen organisieren, ist heuer der Salzburger ÖVP-Wirtschaftsbund. Inserate des Wirtschaftsbundes in lokalen Medien kritisieren die Politik, die nur zu-gunsten multinationaler Konzerne arbeite. Für Freitagabend wurde zu einer Veranstaltung über "Chancen und Risiken der Globalisierung für Klein- und Mittelständische Unternehmen" geladen. Dazu war auch der Initiator des Alternativnobelpreises, Jakob von Uexkuell, angekündigt.

"Warum ist es nicht möglich, dass das WEF Vertreter der Klein- und Mittelunternehmen einlädt?", formuliert Wirtschaftsbundobmann Julius Schmalz seine Kritik am WEF-Europagipfel. Staatspräsidenten mit 30 oder 40 Großkonzernen allein dürften jedenfalls nicht "die Weltordnung" machen. Die Konzerne hätten derartige Dimensionen angenommen, dass "dem die Politik beinahe machtlos gegenübersteht". Um der "Erpressung durch die riesigen Unternehmen" zu begegnen, müssten weltweit einheitliche soziale und ökologische Standards geschaffen werden, so der Vertreter von 6500 Salzburger Unternehmern. Als positives Beispiel globaler Standards fällt ihm das Kioto-Abkommen ein.

Der "Anwalt der Klein- und Mittelunternehmen" hält wenig vom Wirtschaftsliberalismus: "Wir bekennen uns zur ökosozialen Marktwirtschaft." An der Demonstration gegen das WEF werde er zwar nicht teilnehmen, so Schmalz, der auch Vizepräsident der Wirtschaftskammer ist. Seine globalisierungskritischen Mitstreiter lobt er aber: "Attac ist eine ernst zu nehmende Organisation."

Einer der zentralen Forderungen von Attac, die Besteuerung von internationalen Finanztransaktionen, kann Schmalz viel abgewinnen: Für die Kapitalströme müssten "Regulative" geschaffen werden. Derzeit sei "das Kapital nicht im Griff", sondern "hemmungslos frei". Kritik an Schmalz kommt nur von der FPÖ, die ihm vorwirft mit einem "linksextremen Netzwerk" zu kooperieren. (neu/DER STANDARD, Printausgabe, 14/15.9.2002)

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