Katzenseuche FIP: Neuer Test auf Virus

15. September 2002, 10:00
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Veterinärmediziner erhoffen auch Impfung

Wien - FIP, die Feline Infektiöse Peritonitis (Bauchwassersucht), ist eine tödliche, unheilbare, durch Impfung nur beschränkt verhütbare Viruserkrankung von Katzen. "Das Problem ist, dass es das eine ,böse' Virus leider nicht gibt", erklärt Veterinärmedizinerin Karin Möstl von der Veterinärmedizinischen Uni. "Bis zu 80 Prozent der Katzen machen eine Infektion durch, nur bei fünf Prozent mutieren die an sich harmlosen Viren im Tier zur gefährlichen, FIP-auslösenden Form".

FIP wird aber eigentlich durch Immunvorgänge verursacht, erklärt Möstl: "Das Virus geht eine Verbindung mit Antikörpern ein. Diese Komplexe werden im Körper abgelagert, gleichzeitig unternimmt der Körper Anstrengungen, diese Ablagerungen zu beseitigen. Dabei werden Gewebe geschädigt, Gefäße zerstört. Flüssigkeit tritt aus, was - auch - zur Bauchwassersucht führen kann."

Nicht jede FIP geht mit Bauchwassersucht einher, es gibt auch die schwerer diagnostizierbare "trockene Form". Der Großteil erkrankt nach einer Infektion nur mild oder gar nicht.

Viele Tiere bleiben klinisch unauffällig. Aber jederzeit ist eine Mutation zum krankmachenden Virus möglich. Auslösend dafür sind Stresssituationen und ein hoher Infektionsdruck, wenn mehrere Virusausscheider zusammenkommen - etwa in Mehrkatzenhaushalten oder Heimen.

Bis vor kurzem stand nur ein Antikörpertest zur Verfügung, der aber bei positivem Ergebnis nur aussagte, dass das Tier irgendwann mit solchen Viren Kontakt hatte. Mittlerweile wird an der Vetmed ein Test zum Nachweis von Virusteilen, etwa aus Kot, durchgeführt, um unauffällige Virusträger zu erkennen.

Ursprung Hund

"Außerdem gehen wir der Erforschung von zwei unterschiedlichen Virustypen der Katze nach (beide können FIP verursachen, Anm.): Typ 1 ist das eigentliche Katzen-Coronavirus, Typ 2 entsteht durch Rekombination dieses Virustyps mit einem Coronavirus des Hundes", sagt Möstl: "Uns interessieren Zusammenhang und Bedeutung von Übertragungen zwischen Hunden und Katzen." Nähere Kenntnisse könnten auch in die Entwicklung von neuen, wirksameren Impfstoffen münden. (Andrea Dee/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15. 9. 2002)

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