Ein gutes Jahr für die Urzeitkrebse

15. September 2002, 09:30
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Zoologe bittet zur Suche - Flut eröffnet Forschungsmöglichkeiten

St. Pölten - Das Jahrhunderthochwasser im August brachte beste Lebensbedingungen für die Urzeitkrebse. Der Zoologe Erich Eder widmet sich mit Leidenschaft der ältesten noch lebenden Tiergruppe der Erde und hofft nun auf Unterstützung seiner Arbeit durch Hobbyforscher.

Im Osten Österreichs sind die Auen an March und Donau, das Wiener Becken und der Seewinkel die Rückzugsgebiete der immer seltener werdenden Tiere.

Seit mehr als 500 Millionen Jahren bevölkern die Urzeitkrebse die Erde. Sie besiedeln vorwiegend fischfreie, kurzfristig Wasser führende Gewässer, die nur wenige Wochen lang bestehen. Trocknen die Gewässer aus, sterben die Krebse. Im Schlamm aber haben sie Tausende von "Dauereiern" hinterlassen, die ohne weiteres auch jahrzehntelange Trockenheit überdauern können. Durch das katastrophale Hochwasser in diesem Sommer befinden sich derartige Gewässer heuer auch in Bereichen, die seit Jahrzehnten trocken gelegen sind - eine Gelegenheit, neue Standorte und seltene Arten (wieder) zu finden.

Jeder biologisch Interessierte kann beitragen, mehr über die "lebenden Fossilien" und ihre Lebensräume in Erfahrung zu bringen. Die beste Zeit für die Suche dürfte die zweite und dritte Septemberwoche sein. Man benötigt ein Wassernetz mit einer Maschenweite von einem Millimeter. Das in Alkohol konservierte Material sollte mit genauer Fundortangabe an den Experten geschickt werden. Dem Einsender wird das Ergebnis der Bestimmung mitgeteilt.

Als ziviler "Urzeitkrebs-Forscher" sollte man aber grundsätzlich gelsenresistent sein, denn auch Stechmückenlarven leben in Überschwemmungstümpeln. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15. 9. 2002)

Kontaktadresse: Erich Eder, Institut für Zoologie, UZA-1, 1090 Wien, Althanstraße 14

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    Triops cancriformis

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