Exmafiajäger wird Wirt

13. September 2002, 19:06
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Strafaufschub für Imbiss-Standl

Wien - Der am vergangenen Freitag verurteilte Wiener Mafiafahnder Johann H. erhielt Strafaufschub, um sich einen Imbiss-Stand einrichten zu können.

Der ehemalige Chefinspektor der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (Edok) hatte einen mutmaßlichen Paten der polnischen Mafia begünstigt und sich von einem russischen Geschäftsmann bestechen lassen - zweieinhalb Jahre Haft, davon zehn Monate unbedingt. Der 46-jährige Ex-Beamte war in U-Haft, fünf Monate muss er noch ins Gefängnis.

Verteidiger Farid Rifaat erreichte einen Strafaufschub von neun Monaten. Der Ex-Polizist möchte sich mit Hilfe seiner Ehefrau eine neue berufliche Existenz aufbauen, er will ein Imbisslokal eröffnen und hat bereits in der U-Haft begonnen, diese Pläne umzusetzen. Es wurde ein Platz dafür gesucht und Inventar bestellt. Seine Strafe muss der Mann im Herbst des nächsten Jahres antreten. Der Staatsanwalt hatte keine Einwände.

"Es ist ihm jetzt möglich, sich und vor allem seiner Familie das berufliche Fortkommen zu sichern", erklärte sein Anwalt am Freitag.

(DER STANDARD, Printausgabe, 14./15. 9. 2002)
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