Grüne feilen an ihren Kandidatenlisten

13. September 2002, 18:15
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Prominente Wahlkämpfer in den Bundesländern - Wiener wollen die FPÖ überholen

Wien - Die Grünen können relativ sicher darauf hoffen, künftig mehr Sitze im Nationalrat besetzen zu dürfen. Intern hofft man sogar auf eine Verdoppelung der derzeit- 14 Abgeordnetenmandate im Parlament. Dafür müssen aber jetzt mögliche Kandidaten gefunden und auf den Wahllisten platziert werden. In den Ländern wird bereits an der Listenerstellung gebastelt, müssen die Listen doch am 11. Oktober eingereicht werden. Für die Erstellung der Bundesliste wurde der Bundeskongress auf den 12. Oktober vorverlegt.

Von der Listenerstellung hängt übrigens das weitere politische Schicksal eines prominenten grünen Abgeordneten ab: Sicherheitssprecher Peter Pilz rauft wie schon 1999 noch um einen sicheren Listenplatz.

In Tirol ist die Wahlliste bereits fixiert: An vorderster Stelle gereiht wurde die Verkehrssprecherin der Grünen, Eva Lichtenberger, hinter ihr kandidiert Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald.

Die niederösterreichischen Grünen präsentierten am Freitag ihre Kandidatenliste für die Nationalratswahlen. Auf Platz eins geht erwartungsgemäß Madeleine Petrovic ins Rennen, auf Platz zwei folgt der grüne Bildungssprecher im Parlament, Dieter Brosz. An dritter Stelle kämpft Brigid Weinzinger, grüne Fraktionsobfrau im niederösterreichischen Landtag, um ein drittes Grundmandat im Bundesland. Dazu müssten die Grünen ihren Stimmenanteil jedoch nahezu verdoppeln (auf mindestens 8,33 Prozent).

Für Weinzinger liegt eine rot-grüne Koalition "rein mathematisch am nächsten", ein Zusammengehen mit der ÖVP schließt sie allerdings aus: "Wir lehnen Schwarz-Grün nicht auf ewige Zeit ab. Doch mit einer ÖVP, die sich nach wie vor eine Koalition mit- den Freiheitlichen vorstellen kann, ist das unmöglich."

Besonders ambitioniert zeigen sich die Grünen in Wien. Sie wollen bei der Nationalratswahl in Wien die FPÖ überholen, sagte Klubobmann Christoph Chorherr. Bundesweit hat sich die Partei ebenfalls ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Bei den Jungwählern wolle man "stärkste Partei" werden, sagte der Landessprecher, Albert Steinhauser. Im Wahlkampfpaket findet sich ausdrücklich ein Bekenntnis zur EU-Osterweiterung. (DER STANDARD, Printausgabe, 14/15.9.2002)

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