RCB nimmt Gewinnschätzungen für Böhler-Uddeholm zurück

13. September 2002, 17:40
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"Neutral"-Einstufung aufrecht

Wien - Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben ihre Gewinnschätzungen für den an der Wiener Börse notierten Edelstahlhersteller Böhler-Uddeholm nach unten revidiert. Auf Grund der Verzögerung einer deutlichen konjunkturellen Erholung wurden die Prognosen für den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2002 von 4,63 Euro leicht auf 4,60 Euro gesenkt. Für das Jahr 2003 erwarten die Experten nunmehr ein Ergebnis von 4,82 statt bisher 5,88 Euro je Anteilsschein.

Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2002 und 2003 errechne sich für Böhler-Uddeholm mit einem KGV von 10,2 bzw. 9,7. Die Anlageempfehlung "neutral" wird von der RCB trotz der gedrückten Wachstumsaussichten aufrechterhalten. Begründet wird dieser Schritt damit, dass Böhler-Uddeholm gegenüber der Peer-Group deutliche Bewertungsabschläge aufweist und vor allem gegenüber Carpenter, laut RCB dem am besten vergleichbaren Unternehmen, signifikant günstiger bewertet ist.

Im ersten Halbjahr 2002 bekam der Edelstahlhersteller die Abkühlung der Konjunktur in seinen Kernmärkten zu spüren. Die Experten der RCB erwarten frühestens im Verlauf des Jahres 2003 eine Belebung. Für Böhler-Uddeholm als Spätzykliker sollte sich somit erst in der zweiten Jahreshälfte 2003 eine deutliche Erholung der Geschäftstätigkeit zeigen. Den Marktgerüchten um einen angeblichen Verkauf des 25 Prozent-Anteils der ÖIAG an den Industriellen Rudolf Humer sollte auf Grund der aktuellen politischen Entwicklungen in Österreich der Nährboden entzogen werden, hieß es in der Analyse weiter. (APA)

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