Sprit wieder teurer

13. September 2002, 17:35
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Drohender Irak-Krieg treibt Ölpreis gegen 30-Dollar-Marke

Wien - Benzin und Diesel in Österreich sind nach einer längeren Pause wieder teurer geworden. Wie am Freitag bekannt wurde, haben die großen heimischen Mineralölkonzerne ihre Richtpreise um bis zu 2 Cent angehoben. Ein Liter Eurosuper kostet damit nach der Erhöhung an Österreichs Bedienungstankstellen maximal 0,969 Euro, ein Liter Diesel 0,814 Euro. Grund für die jüngste Benzinpreiserhöhung um bis zu 2 Cent war laut der gestiegene Produktenpreis. Seit der letzten Preisänderung Anfang Juni hätten sich die Kosten für die Tonne Benzin am Warenmarkt in Rotterdam um fast ein Viertel auf 288 Dollar erhöht, so ein Sprecher der OMV am Freitag. Den Grund für diesen Preisprung sieht man bei der OMV im drohenden Militärschlag der USA gegen den Irak. Nachdem der Irak am Freitag neuerlich die Entsendung von Waffeninspektoren der UNO klar abgelehnt hat, ist der Ölpreis weiter kräftig angestiegen.

Ölpreis nähert sich 30 Dollar-Marke

Bagdads Weigerung hat einen US-Militärangriff noch wahrscheinlicher gemacht. Öl-Händler fürchten, dass der Konflikt auf andere Länder der Golfregion überschwappen könnte. Die Region deckt rund ein Viertel des weltweiten Ölbedarfs. Der Ölpreis für ein Barrel der meistgehandelten Ölsorte Brent (zur Lieferung im November) kletterte daraufhin am Freitag in London um starke 42 Cent auf 28,23 Dollar je Barrel (159 Liter). In New York stieg der Preis um 41 Cent auf 29,26 Dollar und näherte sich damit wieder der 30 Dollar-Marke.

OPEC: Wenige Chancen auf Fördermengenerhöhung

Zusätzlicher Druck auf den Ölpreis kommt auch von der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Trotz entsprechender Forderung aus Erdöl importierenden Ländern, wird das Kartell aller Voraussicht nach bei seiner Konferenz nächste Woche im japanischen Osaka die Fördermengen unangetastet lassen. Der venezolanische Energieminister Rafael Ramirez erklärte am Freitag, der Markt sei bereits jetzt überversorgt. "Wir gehen daher mit der Position auf das Treffen, die Fördermengen beizubehalten", so Ramirez vor Journalisten in Caracas. Zu der selben Erkenntnis kam diese Woche auch bereits eine Expertenrunde in der OPEC.

Eine Fördermengenerhöhung würde das Angebot am internationalen Ölmarkt steigern und damit die Preise möglicherweise wieder zum Sinken bringen. Eine Erhöhung zum falschen Zeitpunkt hatte den Ölpreis 1998 allerdings auf zehn Dollar fallen lassen und damals schwere Wirtschaftskrisen in elf OPEC-Staaten verursacht, betonen Beobachter. (APA)

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