Fort mit den Aktien!

13. September 2002, 15:23
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Kleinaktionärsschützer raten zum sofortigen Verkauf von MobilCom-Papiere

München - Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) rät Privatanlegern, sich unverzüglich von Papieren des deutschen Mobilfunkbetreibers MobilCom zu trennen. "Wir raten, die Aktien sofort zu verkaufen", sagte der stellvertretende SdK-Vorsitzende Markus Straub am Freitag in München. Das in die Papiere investierte Geld sei verloren, fügte er hinzu.

MobilCom-Chef Thorsten Grenz hatte am Freitag nach dem Rückzug des Großaktionärs France Telecom den Gang zum Insolvenzrichter angekündigt. Die Aktie stürzte darauf um 50 Prozent auf 97 Cent ein, nachdem der Titel vor wenigen Monaten noch fast 27 Euro wert war. Im März 2000 war der einstige Lieblingstitel vieler Aktionäre sogar 210 Euro wert gewesen.

Hoffnungsloser Fall

Es sei nicht sinnvoll, auf eine eventuelle Weiterführung von Unternehmensteilen zu hoffen, sagte Straub. Das Eintreten der Insolvenz führe zum Ausschluss der Papiere vom Neuen Markt. Seien die Aktien erst ausgelistet, sei ein Verkauf nicht mehr möglich. Besonders für Anleger, die MobilCom erst vor weniger als einem Jahr gekauft haben, sei es sinnvoll, die Papiere auf den Markt zu bringen, da die Verluste noch steuerlich geltend gemacht werden könnten. Für die Anleger sei es höchstens noch eine Frage, ob die Handelsgebühren höher seien als der Kurswert der Aktie.

Straub verwies zudem darauf, dass die SdK bereits seit dem Streit zwischen der France Telecom und dem damaligen Vorstandschef und Großaktionär Gerhard Schmid vor dem Telekommunikationswert gewarnt hatte. Außerdem sei fraglich gewesen, ob sich die Lizenzkäufe in Milliardenhöhe jemals wieder einspielen würden, sagte Straub.

Eine Klage gegen MobilCom will die SdK nicht anstrengen. Das Risiko sei bekannt gewesen und es gebe nichts, was etwa eine Schadenersatzklage rechtfertigen würde, sagte Straub. (APA/Reuters)

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